Täglich werden Menschen online beleidigt, belästigt oder bedroht. Auch für Politiker:innen, die digital unterwegs sind, werden zur Zielscheibe von Hass im Netz. Für Sülmez Çolak, Abgeordnete der SPD-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, ist auch offener Rassismus regelmäßig bittere Realität. Ihre schlimmste Erfahrung: eine Morddrohung, die sie sofort zur Anzeige brachte. Der Täter konnte allerdings nicht ermittelt werden. Dass Anzeigen oft nur wenig bringen, diese Erfahrung hat auch Grünen-Politikerin Maike Schaefer gemacht. 2019 wurde sie zur Umweltsenatorin gewählt und nur kurze Zeit später wurde sie auf Social Media angefeindet, erzählt sie.
Digitale Gewalt ist kein Randphänomen. So berichten einer aktuellen Studie der gemeinnützigen Organisation „HateAid“ zufolge 58 Prozent der politisch Engagierten, dass sie bereits Anfeindungen im Netz erlebt haben, wobei Frauen mit 63 Prozent öfter betroffen sind, als Männer mit 53 Prozent. Knapp ein Viertel der befragten Politiker:innen denkt deshalb auch ans Aufhören.
Für Andreas Klee, Politologe an der Universität Bremen, könnte die aktuelle Form der Debattenkultur im Netz sogar Folgen für die Demokratie haben. SAT.1 REGIONAL-Reporter Jan Stölting hat mit ihm darüber gesprochen.













