Rot-Grün will Hamburgs Biotope besser vernetzen

Der Biotopverbund in Hamburg soll gestärkt werden. (Symbolbild) Christian Charisius/dpa
Der Biotopverbund in Hamburg soll gestärkt werden. (Symbolbild) Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

SPD und Grüne in der Hamburgischen Bürgerschaft wollen die Grünflächen in der Stadt besser vernetzen und so für mehr biologische Vielfalt sorgen. In einem gemeinsamen Antrag der Regierungsfraktionen für die nächste Bürgerschaftssitzung in anderthalb Wochen wird der Senat aufgefordert, das städtische Biotopnetz zu analysieren und bestehende Lücken zu schließen.

Netzwerk aus Grünflächen soll Arten- und Naturvielfalt stärken

«Gerade angesichts des weltweiten Artensterbens ist es besonders wichtig, natürliche Lebensräume in Hamburg zu erhalten und zu vernetzen», sagte der umwelt- und klimapolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Alexander Mohrenberg. «Indem wir kleinteilige Biotopverbünde wie Wälder, Feuchtgebiete oder Kleingewässer stärken, können wir Lebensräume für Tiere ausbauen und die innerstädtische Naturvielfalt fördern.»

In den vergangenen Jahren sei vor allem auf die Größe der angekauften und gesicherten Flächen geachtet worden. Künftig sollten die Qualität und Vernetzung relevanter werden. «Es reicht nicht aus, nur einzelne Grünflächen zu sichern – wir müssen sie als zusammenhängendes Netzwerk verstehen», sagte er.

«Beim Ankauf neuer Flächen achten wir darauf, dass Verbindungen zwischen Lebensräumen entstehen und Tiere – etwa wandernde Amphibien – sicher von einem Gebiet ins nächste gelangen», sagte die Umweltexpertin der Grünen, Lisa Maria Otte. 

Tiere und Pflanzen brauchen verbundene Grünflächen 

So wie Menschen Straßen und Radwege bräuchten, um von A nach B zu kommen, seien auch Tiere und Pflanzen auf verbundene Grünflächen angewiesen. «Über diese gelangen sie von einem Biotop zum nächsten, finden Nahrung und können sich fortpflanzen.»

In Hamburg sei das jedoch oft nicht möglich, da die Natur von dichter Bebauung und Verkehrswegen zerschnitten sei. «Das zeigt sich aktuell besonders bei der Amphibienwanderung: Nicht alle Frösche, Kröten und Molche, die auf dem Weg zu ihren Laichgewässern eine Straße überqueren müssen, erreichen ihr Ziel», sagte Otte.

Isoliert gelegene Parks, Wälder, kleine Gewässer und Naturschutzgebiete würden dann für viele Arten zur Sackgasse. «Werden Lebensräume zu klein und voneinander getrennt, treffen sich immer weniger Tiere einer Art. Der Genpool schrumpft, Populationen werden anfälliger für Krankheiten und verschwinden langfristig.»

© dpa-infocom, dpa:260315-930-818662/1

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