Lies: Bau chinesischer Autos in deutschen VW-Werken prüfen

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) möchte eine chinesische Autorproduktion in deutschen VW-Werken «offen prüfen». (Archivbild) Lars Penning/dpa
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) möchte eine chinesische Autorproduktion in deutschen VW-Werken «offen prüfen». (Archivbild) Lars Penning/dpa

Wolfsburg (dpa) –

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies spricht sich dafür aus, den Bau von chinesischen Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen. Man könne nicht verhindern, dass chinesische Autobauer verstärkt in den europäischen Markt drängen, sagte der SPD-Politiker der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Für ihn stehe aber auch im Fokus, die Beschäftigung in deutschen VW-Werken zu sichern und Produktionsstätten auszulasten. «Wir müssen für die Beschäftigten eine Antwort finden, wie das gelingen kann.» 

Der Regierungschef, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, sagte der Zeitung weiter, bald kämen neue Modelle auf den chinesischen Markt, die VW in China sowohl mit chinesischen Partnern, als auch allein entwickelt habe. «Da stellt sich ganz automatisch die Frage, welche Perspektiven sich daraus ergeben und ob man auch in Europa zusammenarbeiten könnte», sagte Lies. «Das muss man offen diskutieren und prüfen, ob sich daraus Chancen für die Produktionsstandorte von VW und der Zulieferindustrie ergeben könnten.» Die Mitarbeiter bei VW hätten einen enormen Beitrag dazu geleistet, die deutschen Werke zu erhalten. «Deshalb geht es darum, diese Werke auch auszulasten.»

Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent der Stimmrechte zweitgrößter Anteilseigner von VW nach der Holding der Familien Porsche und Piëch. Bei wichtigen Entscheidungen hat Niedersachsen ein Veto-Recht.

Ministerpräsident auf China-Reise

Lies war in der vergangenen Woche auf einer mehrtägigen Auslandsreise in China. Dabei wollte sich der Ministerpräsident vorrangig über das China-Geschäft von Volkswagen und innovative Verkehrskonzepte informieren. VW unterhält mehr als 30 Produktionsstätten in China. 

Der SPD-Politiker sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» auch, er nehme von seiner Reise die Frage mit, wie man weiter mit China umgehen wolle. «Ist China ein Konkurrent, vor dem wir uns schützen müssen? Oder müssen wir nicht Wege finden, wie wir auch partizipieren von den Erfolgen, die wir ja selber hier auch erzielen», sagte Lies. «Ich glaube: Wir sind klug beraten, wenn wir selbst Teil der Entwicklung sind und mit China zusammenarbeiten.» Dazu bräuchte es auch eine überarbeitete nationale Chinastrategie.

© dpa-infocom, dpa:260419-930-965447/1

Copy LinkCopy Link
Zur Startseite