Hannover (dpa/lni) –
Schulen und Kitas sollten nach Ansicht der CDU in Niedersachsens Landtag aufhören, Kinderbilder online zu veröffentlichen. Die Verbreitung von Kinderbildern schaffe Tatgelegenheiten für Pädokriminelle, warnte die CDU-Abgeordnete Laura Hopmann. «Außerdem macht es etwas mit der Kindesentwicklung, wenn Kinder merken: Auch Menschen, die nicht dabei waren, wissen alles Mögliche über ihren Alltag. Unbeobachtete und freie Kindheit wird damit erschwert.»
Die Option, echte Bilder durch KI-Bilder zu ersetzen, sieht Hopmann dabei nicht als geeignete Alternative, weil auch die KI auf großen Mengen realer Bilddaten trainiert werde. «Entscheidend ist daher nicht, reale durch künstliche Bilder zu ersetzen, sondern grundsätzlich darauf zu verzichten, Kinder für Werbezwecke einzusetzen», sagte die CDU-Politikerin. «Kitas und Schulen sollten stattdessen ihre pädagogische Arbeit und Projekte in den Mittelpunkt stellen.»
Appell an Rot-Grün: Schulen brauchen klare Vorgabe
Hopmann appellierte an die rot-grüne Landesregierung, eine landesweit einheitliche Strategie zu entwickeln. «Öffentliche Einrichtungen müssen ihrer Vorbildfunktion gerecht werden», sagte sie. «Die Landesregierung muss dafür die Voraussetzungen schaffen.»
Bloß auf die Zuständigkeit der Träger und Schulleitungen zu verweisen, reiche nicht aus. «Viele Leitungen ersticken in Aufgaben und sind froh, wenn sie ihre Betreuung oder den Unterrichtsausfall organisiert bekommen. Eine klare Vorgabe wäre insofern auch eine wichtige Entlastung», sagte Hopmann.
Ministerium: Identifizierbare Bilder werden seltener
Die CDU-Abgeordnete hatte zusammen mit ihrer Fraktionskollegin Sophie Ramdor eine Anfrage an die Landesregierung zum Umgang mit Kinderbildern von Schulen und Kitas gestellt. Das Kultusministerium erklärte in der Antwort darauf, auf Profilen und Homepages fänden sich «immer seltener individuelle Fotos, welche eine Identifizierung einzelner Kinder ermöglichen».
Das lasse sich so pauschal allerdings nicht sagen, findet Hopmann. «Unsere Wahrnehmung ist vielmehr, dass Kinder auf Profilen von Einrichtungen weiterhin sehr präsent sind und das Vorgehen der Einrichtungen höchst unterschiedlich ist», sagte sie. Zu den Gefahren zählt sie eine Zweckentfremdung oder KI-gestützte Manipulation der Bilder. Werbezwecke dürften daher nicht das gleiche Gewicht haben wie Kinderschutz.
Das Kultusministerium schreibt in seiner Antwort an die CDU-Fraktion, öffentliche Bildungseinrichtungen sollten die Veröffentlichung identifizierbarer Bilder von Kindern in sozialen Medien kritisch auf ihre Erforderlichkeit hinterfragen. Jeder Verzicht auf identifizierbare Kinderbilder in sozialen Medien stärke den Schutz vor digitaler Gewalt, Missbrauchsdarstellungen, Bildmanipulation sowie vor langfristigen Folgen für die digitale Privatsphäre.
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