Hamburg (dpa/lno) –
Flugausfälle, Verspätungen, verlorenes Gepäck: In der Hoffnung auf eine Entschädigung haben Fluggäste im vergangenen Jahr mehr als 8.500 Klagen gegen Fluglinien beim Amtsgericht Hamburg-Mitte eingereicht. Exakt waren es 8.528, wie eine Umfrage des Deutschen Richterbundes (DRB) ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Befragt hat der DRB dazu Gerichte an den 19 größten Flughafenstandorten.
Weniger Akten, aber noch immer viel
In Hamburg werden dabei Klagen von Reisenden eingereicht, die in Hamburg gestartet oder gelandet sind. Im Vergleich zum Vorjahr hatten die Richter am Amtsgericht etwas weniger Akten auf dem Tisch liegen als noch 2024. Da waren mehr als 9.300 Entschädigungsklagen gegen Fluglinien eingegangen.
Die Kunden verlangen meist Entschädigungen für ausgefallene oder verspätete Flüge, teils geht es in den Zahlen des DRB auch um Fälle zu Reiseverträgen.
KI soll bald beim Abarbeiten der Klageflut helfen
Auch bundesweit nahm die Zahl der Klagen im Vorjahresvergleich leicht ab, wie der DRB berechnet hat. Demnach gab es 2025 einen Rückgang um etwa 10.000 auf 121.000 Klagen. Die Zahlen bleiben damit auf hohem Niveau. Zum Vergleich: 2020 waren es 37.000 Klagen weniger. Der Richterbund sieht Portale, mit denen Fluggäste ihre Ansprüche schnell und einfach durchsetzen können, als einen wesentlichen Grund für die Entwicklung bei den Gerichten.
Die Amtsgerichte kämen mit der Erledigung der Klageflut kaum noch hinterher, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn laut Mitteilung. Abhilfe soll hier die Künstliche Intelligenz (KI) schaffen. Doch: «KI-gestützte Richterassistenzsysteme, die eine schnellere Bearbeitung dieser gleichförmigen Massenfälle ermöglichen, befinden sich weiterhin in der Testphase. Es fehlt noch immer eine fertige Standardsoftware, die Fälle in Sekundenschnelle erfasst und mit ergangenen Urteilen vergleicht, Anspruchsvoraussetzungen herausfiltert und Entscheidungsvorschläge macht.»
Verfahren machen mehr als die Hälfte der Zivilklagen aus
Am Amtsgericht-Mitte in Hamburg gingen laut der Pressestelle des Gerichts 2025 insgesamt rund 14.800 Zivilklagen ein. Die Zahl der Fluggastrechteverfahren, die die Mehrheit ausmachten, gab das Gericht leicht abweichend mit fast 8.500 an.
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