Kiel (dpa/lno) –
Zum Internationalen Frauentag am 8. März fordern auch in Schleswig-Holstein verschiedene Verbände weitere Fortschritte bei der Gleichstellung. «Vieles ist erreicht worden – doch echte Gleichstellung ist weder selbstverständlich noch abgeschlossen», betonte die Landesvorsitzende der Frauen Union, Cornelia Schmachtenberg.
Gleichstellungsministerin Aminata Touré (Grüne) wies auf den weiter bestehenden Verdienstunterschied hin. Sie rief dazu auf, die Gleichstellung von Frauen und Männern entschlossener voranzutreiben und Verdienstunterschiede abzubauen: «Ich stehe an der Seite aller Frauen, die für ihre Rechte streiten und für echte Gleichstellung kämpfen.»
Schutz vor Gewalt besonders wichtig
Besonders dringlich bleibe der Schutz vor Gewalt, betonte Schmachtenberg. «Studien zeigen, dass die überwiegende Zahl schwerer Gewalttaten gegen Frauen im sozialen Nahraum geschieht – häufig in bestehenden oder früheren Partnerschaften. Das eigene Zuhause darf kein Ort der Angst sein», so Schmachtenberg, die als Landwirtschaftsministerin der Landesregierung angehört. «Es kann und darf nicht sein, dass Frauen sich in Beziehungen unsicher fühlen oder aus Furcht vor Gewalt schweigen.»
Gewerkschafterin: gleicher Verdienst und gleiche Absicherung
Die Geschäftsführerin und 1. Bevollmächtigte der IG Metall Kiel-Neumünster, Stephanie Schmoliner, verwies auf wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeiten. «Obwohl Frauen unsere Gesellschaft am Laufen halten und im ständigen Kampf ihre Rechte verteidigen müssen, werden sie von dieser Gesellschaft im Stich gelassen.» Sie verdienten weniger und seien schlechter abgesichert. «Damit muss Schluss sein, vollständig, sofort.»
Aus Sicht der frauen- und gleichstellungspolitischen Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Jette Waldinger-Thiering, erfüllt der 8. März weiterhin seine wichtige Aufgabe, solange nicht 100 Prozent Gleichstellung von Mann und Frau erreicht sei. «Nämlich aufzuzeigen, wo es warum noch hakt mit den Frauenrechten, der Gleichberechtigung, dem Gewaltschutz.» Die Liste sei leider auch im Jahr 2026 immer noch viel zu lang, so die Abgeordnete.
Die Landesbeauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen, Doris Kratz-Hinrichsen, wünscht mehr aktive Unterstützung von Frauen und Mädchen in Notlagen in Herkunftsländern, auf der Flucht und in Deutschland.
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