Wieder Warnstreik bei Stadtbussen im Norden

Am Freitag bleiben in Schleswig-Holstein erneut die Stadtbusse stehen. (Archivbild) Carsten Rehder/dpa
Am Freitag bleiben in Schleswig-Holstein erneut die Stadtbusse stehen. (Archivbild) Carsten Rehder/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Wer am Freitag in Kiel, Lübeck, Neumünster oder Flensburg mit dem Stadtbus zur Arbeit, Schule oder zum Einkaufen fahren will, muss sich Gedanken über eine Alternative machen. Im Tarifstreit bei den kommunalen Busunternehmen in Schleswig-Holstein hat die Gewerkschaft Verdi die Busfahrerinnen und Busfahrer in den vier kreisfreien Städten erneut zu einem Warnstreik aufgerufen. Er soll von Dienstbeginn bis Ende dauern.

Die Gewerkschaft beteiligt sich damit an einem bundesweiten Aktionstag im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Damit will Verdi den kommunalen Arbeitgeberverbänden deutlich machen, dass die Beschäftigten geschlossen hinter den Forderungen nach spürbaren Verbesserungen der Arbeitsbedingungen stünden.

Der Warnstreik betrifft die Busunternehmen KVG in Kiel, die Stadtwerke Lübeck Mobil, der SWN Stadtverkehr in Neumünster und das Unternehmen Aktiv Bus in Flensburg.

Wieder Warnstreik

«Wir haben inzwischen drei Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern geführt und auch einen Streiktag hinter uns gebracht», erklärte Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring. «Das hat noch nicht gereicht, um zu einem Ergebnis zu kommen.»

Die nächste Verhandlungsrunde ist am Sonntag geplant. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass der öffentliche Personennahverkehr in den betroffenen Regionen weitgehend zum Erliegen kommt. 

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten im Nahverkehr in Schleswig-Holstein, unter anderem eine Jahressonderzahlung in voller Höhe eines Monatsgehalts. Zudem verlangen sie neben weiterer Zuschläge einen Nachtzuschlag für Arbeit zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens, die Einführung eines Urlaubsgeldes, sowie von Einspringprämien für kurzfristige Dienstplanänderungen.

Das wird geboten

Am Montag endete die dritte Runde ohne Einigung, trotz eines neuen Angebots der Arbeitgeberseite. Dies sah den Angaben zufolge unter anderem eine «weitere spürbare Erhöhung der Jahressonderzahlung» sowie eine Erhöhung des Faktors zur Berechnung der tariflichen Zuschläge und der Pauschale für sogenannte geteilte Dienste vor.

Genauere Angaben machte die Arbeitgeberseite nicht. «Wir haben kein Verständnis für die Ablehnung. Wir sind der Gewerkschaft sehr deutlich entgegengekommen», erklärte Jan Jacobsen, Verbandsgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes.

© dpa-infocom, dpa:260224-930-727977/1

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