Trainer Riera: nur Eintracht, kein Frankfurt

Eintracht-Trainer Albert Riera hofft auf den ersten Auswärtssieg unter seiner Regie. (Archivbild)  Uwe Anspach/dpa
Eintracht-Trainer Albert Riera hofft auf den ersten Auswärtssieg unter seiner Regie. (Archivbild) Uwe Anspach/dpa

Frankfurt/Main (dpa) –

Die Frage, ob er denn bei dem schönen Wetter schon etwas von der Stadt gesehen habe, moderierte Albert Riera lächelnd ab. «Ich habe die letzten zwei Nächte hier geschlafen, ich glaube, das beantwortet ihre Frage», sagte der Spanier bei der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel von Eintracht Frankfurt beim FC St. Pauli am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN).

«Das ist für mich keine Arbeit, wenn ich 15 bis 18 Stunden am Tag hier verbringe. Das ist, weil ich es will, nicht weil es in meinem Vertrag steht», schob Riera hinterher. «Ich werde nicht damit aufhören, bis ich auf der Bank sitze und keine Anweisungen mehr geben muss.»

Einstellung wie gegen Bayern

Eine ähnliche Einstellung – wenn auch nicht vom Zeitaufwand her – erwartet der 43-Jährige in Hamburg. Mehrfach erklärte er, dass seine Mannschaft die gleiche Herangehensweise zeigen müsse, als würde es gegen den FC Bayern gehen. Da hatten die Hessen 2:3 verloren. 

«Wenn man das Spiel richtig angeht, dann ist man bereit – egal, gegen wen man spielt. Mit meinen Mannschaften passiert das nicht. Sie haben Energie, Leidenschaft und Wille», sagte Riera und kündigte an: «Sonst bekommen die Spieler Probleme mit mir. Ich bin da sehr hart. Sie wissen schon, dass ich so etwas nie akzeptieren würde.»

Am Millerntor soll der erste Auswärtssieg unter dem neuen Chefcoach her. Dass die Hamburger zuletzt mit einem 1:0-Erfolg bei der TSG Hoffenheim überraschten, dürfte Warnung genug sein. Zumal es die Frankfurter bei zwölf Gastspielen in dieser Saison gerade mal auf drei Siege gebracht haben. 

Fünf Gegner aus dem Tabellenkeller 

Nicht nur Vorstandssprecher Axel Hellmann hat bei der Eintracht eine «Aufholjagd» ausgerufen. Zehn Spieltage vor Saisonende liegt der Europa-League-Liebhaber neun Punkte hinter dem Tabellensechsten Bayer Leverkusen. Rang sieben würde aller Voraussicht nach die Teilnahme an der Conference League bedeuten. In den nächsten fünf Spielen geht es gegen Teams aus dem Tabellenkeller: St. Pauli, 1. FC Heidenheim, FSV Mainz 05, 1. FC Köln und VfL Wolfsburg. 

«Wir können noch große Dinge schaffen auf der Zielgeraden», sagte Vorstandsboss Hellmann nach dem jüngsten 2:0 gegen den SC Freiburg – und legte beim Frühjahrsempfangs im Palmengarten nach: «Wir haben es immer geschafft, auf der Zielgeraden eine besondere Energie auszulösen. Jetzt ist wieder der Zeitpunkt, jetzt brauchen wir diese Kraft aus uns heraus, wir wollen noch mal ins Rollen kommen.» 

Kaum Lob vom Trainer  

Riera geht derzeit sparsam mit Komplimenten um («das macht die Spieler sehr soft»), sondern verlangt Einsatz und Überzeugung: «Klar, wir können Tore nicht machen, Fehler machen. Aber die mentale Haltung, die Herangehensweise, das ist wichtig. Wir haben ein großes Defizit an Punkten und wir haben noch einige Spiele.» Es sei nicht alles fantastisch, man müsse immer noch vieles verbessern.  

Dabei weiter nicht helfen können Michy Batshuayi, Can Uzun und Younes Ebnoutalib. Das Trio hat zwar wieder auf dem Platz trainiert, ist aber laut Riera noch kein Thema. «Es ist auf jeden Fall zu früh. Sie haben nur Passspiel gemacht, sie hatten keinen physischen Kontakt», erklärte der Eintracht-Trainer.

© dpa-infocom, dpa:260306-930-779343/1

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