Verona (dpa) –
Heute starten in Italien die Paralympischen Winterspiele – und ein Eishockeyspieler aus Niedersachsen ist vom deutschen Team als einer von zwei Fahnenträgern ausgewählt worden.
Jörg Wedde von den ERC Hannover Ice Lions war von dieser Ehre selbst überrascht: Er sei zu einem Meeting des Team D Paralympics gerufen worden und «dachte erst, dass ich etwas verbrochen hätte», sagte er. «Ich bin niemand, der sich in den Vordergrund drängt und es hätten auch andere verdient. Aber ich freue mich natürlich über diese Ehre.»
Der beinamputierte Wedde ist 60 Jahre alt und nahm bereits 2006 in Turin an den Paralympics teil. «Jörg Wedde ist ein Para-Eishockey-Urgestein», sagte Karl Finke, der Präsident des Behinderten-Sportverbands Niedersachsen (BSN).
Fahnenträger nur auf Videoleinwand zu sehen
Allerdings werden Wedde und die alpine Skirennläuferin Anna-Lena Forster die deutsche Fahne am Freitagabend nicht persönlich bei der Eröffnungsfeier in das Amphitheater von Verona führen. Die Feier findet ohne Mannschaften statt. Stattdessen wird wie von allen Fahnenträgern lediglich ein Video auf der Leinwand eingespielt.
«Da geht schon sehr viel verloren», kritisierte vor allem Forster. Zumal diese Paralympics in Italien die größten Paralympischen Winterspiele der Geschichte sind. Es habe sich eine Rekordzahl von 612 Aktiven aus 56 Ländern für die Spiele qualifiziert, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Der bisherige Rekord lag bei 564 Athleten aus 48 Delegationen in Pyeongchang 2018.
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) stellt mit elf Frauen, 29 Männern sowie acht Guides das zweitgrößte deutsche Team in der Geschichte der Winterspiele. Aus Niedersachsen sind neben Wedde noch seine Eishockey-Teamkollegen Malte Brelage, Simon Kunst und Felix Schrader (alle ERC Hannover Ice Lions) sowie Steffen Lehmker vom WSV Clausthal-Zellerfeld im Para Ski nordisch dabei.
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