Hannover (dpa) –
Niedersachsen führt an seinen Schulen das neue Fach Christliche Religion ein. Vom Schuljahr 2026/2027 an sollen evangelischer und katholischer Religionsunterricht schrittweise zusammengeführt werden, wie das Kultusministerium in Hannover mitteilte. Erstmals verantworteten evangelische und katholische Kirchen den Religionsunterricht gemeinsam in einem einheitlichen Schulfach. Den Angaben zufolge ist das Modell bundesweit einmalig.
Mit der Reform will das Land auf eine zunehmend vielfältige Schülerschaft reagieren. Das neue Fach soll sich stärker an der Lebenswirklichkeit junger Menschen orientieren. Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) sprach von einem «wegweisenden Zeichen für Dialog, Kooperation und moderne religiöse Bildung».
Christlich geprägt, offen für alle
Auch künftig können neben evangelischen und katholischen Schülerinnen und Schülern Kinder anderer Religionen oder ohne Konfession am Unterricht teilnehmen. Nach Angaben des Ministeriums besuchten im Schuljahr 2024/2025 rund 65 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen evangelischen, katholischen oder konfessionell-kooperativen Religionsunterricht. Rund 52 Prozent gehörten der evangelischen oder der katholischen Kirche an.
Christliche Religion soll nach und nach die bisherigen Fächer Evangelische Religion und Katholische Religion ersetzen. Es bleibe zugleich bekenntnisgebundener Religionsunterricht im Sinne des Grundgesetzes, hieß es vom Ministerium. Grundlage seien weiterhin biblische Quellen, christliche Traditionen sowie Fragen nach Verantwortung, Nächstenliebe und Menschenwürde.
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