Holzminden (dpa/lni) –
Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron begrüßt den Vorstoß zum Gebäudeenergiegesetz. Mit dem am Dienstag vorgelegten Eckpunktepapier der Bundesregierung für eine erneute Änderung des Gesetzes herrsche nun Klarheit, teilte das südniedersächsische Unternehmen mit. Die Ankündigung, die Förderung bis mindestens 2029 weiterzuführen, sei zudem ein positives Signal.
Wie genau die Förderung aussehen soll, ist allerdings nicht ganz klar. Möglicherweise ändert sich nur wenig bis gar nichts. Vor einigen Tagen hatte Stiebel-Eltron-Chef Kai Schiefelbein noch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er erwarte einen erneuten Einbruch des Wärmepumpenmarktes, wenn die Förderung gekürzt wird. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums beträgt die Förderquote derzeit bis zu 70 Prozent für private Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen.
Bei neuen Heizungen sollen wieder Öl und Gas erlaubt werden
Das auch als Heizungsgesetz bekannte Gesetz soll nach dem Willen von Union und SPD zum sogenannten Gebäudemodernisierungsgesetz umgebaut werden. Am Dienstag hatten sie angekündigt, dass bei neuen Heizungen künftig auch wieder der Einbau von Öl- und Gasheizungen erlaubt sein soll. Sie müssen aber ab 2029 mit einem ansteigenden Anteil von möglicherweise teuren Biobrennstoffen betrieben werden und sollen keine Förderung erhalten.
Bestehende Öl- und Gasheizungen durften auch nach dem bisherigen Gesetz weiterbetrieben werden. Neue Heizungen mussten aber mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden. Schiefelbein hatte den Erhalt dieser Regelung zuletzt als «superwichtig» bezeichnet.
Die Anpassung des Gesetzes war ein zentrales Wahlversprechen der Union. Vor einigen Tagen hatte Schiefelbein daher die seit Amtsantritt der neuen Bundesregierung herrschende Unsicherheit über die Zukunft des Gesetzes kritisiert. Sie habe das Wachstum des Unternehmens aus dem südniedersächsischen Holzminden gebremst.
Endspurt auf bestehende Förderung?
Wegen der unklaren Lage sei sein Unternehmen etwa bei Neueinstellungen zurückhaltend gewesen – obwohl der Wärmepumpenmarkt boome. Dabei habe sein Unternehmen eigentlich Luft nach oben. Statt wie bisher 100 Wärmepumpen pro Tag sei auch die Fertigung von bis zu 200 an den Standorten Holzminden und Höxter möglich.
Viele Menschen wollten derzeit noch schnell eine Wärmepumpe kaufen, um die aktuelle Förderung mitzunehmen. Schiefelbein sprach von einem «Endspurt auf die bestehende Förderung» und quasi «einem kurzfristigen Konjunkturprogramm».
Stiebel-Eltron-Chef: Änderung der Antragsstellung wäre Unfall
Mit Blick auf die noch offenen Punkte der geplanten Gesetzesänderung spricht sich der Stiebel-Eltron-Chef dafür aus, dass die Art der Antragstellung möglichst nicht verändert wird. Das würde die Branche sonst weiter ausbremsen und wäre «ein ziemlicher Unfall». Auch eine Bevorzugung europäischer Hersteller bei der Förderung wäre in seinem Sinne.
China etwa plane aus seiner Sicht «gerade den Frontalangriff auf europäische Wärmepumpenhersteller». Durch Subventionen oder günstige Kreditvorgaben hätten die Unternehmen unfaire Wettbewerbsvorteile.
Wärmepumpe boomte zuletzt
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 299.000 Wärmepumpen verkauft und damit deutlich mehr als im Flautenjahr 2024. Im bisherigen Rekordjahr 2023 waren es aber noch 356.000 Anlagen gewesen. Auch bei Stiebel Eltron ging die Zahl 2025 wieder nach oben – um 30 Prozent, wie Schiefelbein berichtete.
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