Hannover (dpa/lni) –
Trotz einiger Pfützen auf Äckern und Straßen nach dem eher schneereichen Winter sind die Böden in Niedersachsen vielerorts zurzeit nur mäßig feucht. Das könnte Folgen für die Neubildung des Grundwassers haben, wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mitteilt. «Zwar haben die Winterniederschläge ausgereicht, um die Bodenwasserspeicher aufzufüllen, jedoch nimmt die Bodenfeuchte bereits früh im Jahr im Oberboden aufgrund der aktuellen Witterung wieder ab», sagt Jan Bug, Bodenexperte der Behörde, in einer Mitteilung.
Der Bodenfeuchteinformationsdienst des LBEG, ein Online-Monitor, der den Wassergehalt der Böden in den vergangenen zehn Tagen in einer Tiefe von 0 bis 60 Zentimetern für das gesamte Bundesland anzeigt, meldet aktuell zwar vielerorts eine günstige Bodenfeuchte. Doch der vergangene Winter hat laut LBEG trotz des vielen Schnee nur unterdurchschnittlich viel Niederschlag gebracht. «Nun sind wir in einer längeren Trockenphase mit sehr geringen Niederschlagsmengen seit Ende Februar», sagt Bug.
Auch Niedersachsens Landwirte zogen kürzlich eine nüchterne Bilanz des Winters. Schnee und Frost seien zwar positiv, doch die reine Wassermenge sei dabei oft geringer als bei Regen, hatte das Landvolk mitgeteilt.
Nach Angaben des LBEG haben die gefrorenen Böden während des Frosts im Januar und Februar nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen können. Als dann Tauwetter einsetzte, sei viel Wasser über Gräben und Bäche abgeflossen.
Folgen für die Grundwasserbildung?
Laut der Behörde kann das ein Problem für die Grundwasserneubildung werden, weil es schon 2025 in weiten Teilen Niedersachsens zu trocken war. Noch sei es aber zu früh, um Auswirkungen der winterlichen Witterung auf die Grundwasserneubildung beobachten zu können, sagt Mithra-Christin Hajati, Hydrologin beim LBEG. Denn bis Niederschläge im Boden versickern und sich Grundwasser bildet, kann längere Zeit vergehen.
Allerdings könne die Grundwasserneubildung auch nach diesem Winter erneut unterdurchschnittlich ausfallen, sagt die Expertin. «Die Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass die Niederschlagsmengen insbesondere im Dezember landesweit erheblich unter dem langjährigen Mittel lagen.» Das entspreche nicht dem langjährigen Trend. Bisher beobachten Hydrologen und Klimawissenschaftler, dass in den Wintermonaten landesweit im Schnitt mehr Niederschlag fällt als früher. Auch Klimamodelle zeigen dieses Muster.
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