Hamburg (dpa) –
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat sein Befremden über die klare Absage der Bundesregierung an eine deutsche Beteiligung zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus geäußert. Deutschland sollte entsprechende internationale Bemühungen «aktiv begleiten und alle Optionen prüfen, die zu einem wirksamen Schutz von Schiffen und Besatzungen beitragen können», teilte der VDR in Hamburg mit.
«Ein bloßes Vertrauen darauf, dass es zu keinen Zwischenfällen kommt, kann angesichts der aktuellen Lage keine tragfähige Strategie sein», so die Reeder weiter. Zuerst hatte der «Spiegel» berichtet.
1.000 Seeleute auf Schiffen mit deutschem Bezug sitzen fest
Die iranischen Revolutionsgarden hatten die Straße von Hormus nach den Angriffen der USA und Israels für gesperrt erklärt. Mehrfach gab es dort Angriffe auf Handelsschiffe. Laut deutschem Reederverband sitzen in dem Kriegsgebiet weiterhin zahlreiche Schiffe und Seeleute ohne eigenes Verschulden fest.
Betroffen seien «knapp 1.000 Seeleute auf mindestens 30, nach neuesten Informationen der Deutschen Marine sogar mehr als 40 Schiffen mit deutschem Bezug», teilte der VDR mit und forderte. «Diese Menschen und Schiffe dürfen in dieser Situation nicht sich selbst überlassen werden.»
Reeder: Deutschland soll bei Schutz der Schifffahrt nicht ausscheren
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag klargestellt, dass es für ihn im Augenblick «keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken», gebe. Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges «und wir wollen es auch nicht werden», betonte er. «Und insofern sind alle unsere Bemühungen darauf gerichtet, den Krieg zu beenden.»
Die deutschen Reeder verwiesen auf die G7-Staaten, die sich nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erst vor wenigen Tagen darauf verständigt hätten, Maßnahmen zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Golfregion vorzubereiten und international koordinierte Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe zu prüfen. «Deutschland ist Teil der G7 und sollte in dieser grundlegenden Frage nicht ausscheren», hieß es.
Entscheidend sei nicht, aus welchen Ländern militärischer Schutz im Einzelnen komme. «Entscheidend ist, dass internationale Bemühungen unterstützt werden, die darauf gerichtet sind, zivile Schiffe, ihre Besatzungen und freie Seewege wirksam zu schützen.»
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