Hamburg (dpa/lno) –
Die Hamburger Gleichstellungssenatorin Maryam Blumenthal (Grüne) hat zum internationalen Frauentag auf die Rechte von queeren Menschen und anderen Minderheiten aufmerksam gemacht. «Wer Frauenrechte einfordert, muss diese für alle Frauen einfordern, egal ob laut bei der Geburt zugeordnetem Geschlecht oder nicht», sagte sie in einer auf dem Instagram-Account ihrer Behörde veröffentlichten Rede.
Die Senatorin beklagte die Lage der Frauen weltweit. Fast jeden Tag gebe es einen Tötungsversuch, auch in Deutschland. «Wenn Frauen in unserem Land an Femiziden sterben, dann sind das keine tragischen Einzelfälle und auch keine „Familiendramen“. Es geht um gesellschaftliche Machtverhältnisse», erklärte die Grünen-Politikerin. Als Femizide werden Tötungsdelikte an Frauen und Mädchen bezeichnet, bei denen ein frauenfeindliches Motiv eine Rolle spielt.
Gleichstellungssenatorin für straffreie Abtreibung
Blumenthal forderte die Abschaffung des Paragrafen 218, der Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt. «Reproduktive Rechte werden angegriffen. Im Jahr 2026 dürfen Schwangere immer noch nicht selbstbestimmt über ihren eigenen Körper entscheiden. Das kann doch nicht wahr sein!», empörte sich die Gleichstellungssenatorin. Nach Paragraf 218a werden Frauen allerdings nicht bestraft, wenn sie sich bis zur 22. Woche und nach einer Schwangerschaftskonfliktberatung für eine Abtreibung entscheiden.
Blumenthal ermunterte die Frauen zu Protestaktionen: «Die aktuelle Lage zeigt uns doch, dass uns niemals, niemals das System den roten Teppich einfach ausfahren wird, wenn wir heute nicht laut und unbequem sind.» Für Sonntag und Montag haben feministische Gruppen zu Demonstrationen in Hamburg aufgerufen.
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