Hamburg (dpa/lno) –
Mit einem Gründungsstipendium will die CDU in der Bürgerschaft angehende Unternehmerinnen und Unternehmer in Hamburg unterstützen. «Der Gründungsstandort Hamburg hängt im Vergleich zu anderen deutschen und europäischen Gründungshotspots hinterher», heißt es in einem Antrag, über den das Landesparlament in dieser Woche beraten soll.
Vorbild ist Gründungsstipendium in NRW
Um Gründern in der Anfangsphase den Rücken freizuhalten und sie schnell und unbürokratisch bei der Umsetzung ihrer innovativen Ideen zu unterstützen, sollen sie über mindestens ein Jahr monatlich 1.350 Euro erhalten, sagte der Experte für Start-ups und Innovationen in der CDU-Fraktion, Julian Herrmann, der Deutschen Presse-Agentur.
Teil des Stipendiums solle ein unterstützendes Coachingprogramm sein. Über die Vergabe solle unbürokratisch von dem bereits in Hamburg vorhandenen Gründernetzwerk entschieden werden. Vorbild sei ein Gründungsstipendium in Nordrhein-Westfalen.
Hamburg bei Gründungen im Städteranking nicht mehr in Top Ten
Studien zeigten, dass das Interesse junger Menschen, zu gründen, so hoch wie lang nicht mehr sei, sagte Herrmann. «Hamburg schafft es bislang aber zu wenig, dieses Potenzial auch in echte Unternehmensgründungen zu übersetzen.»
Zwar belegen die Stadtstaaten Berlin und Hamburg bei den Neugründungen im Länderranking des Deutschen Startup-Verbands nach wie vor die Plätze eins und zwei. Gemessen an den Gründungen pro 100.000 Einwohnern ist die Hansestadt aber im vergangenen Jahr aus den Top Ten der großen deutschen Städte herausgefallen.
Auch der Hamburger Startup Monitor 2026 kam zu dem Ergebnis, dass das Hamburger Startup-Ökosystem mit 203 Neugründungen im Jahr 2025 zwar wieder gewachsen sei. Zugleich stehe der Standort einem Wendepunkt. «Wenn Hamburg im nationalen und internationalen Vergleich nicht weiter zurückfallen will, muss jetzt der nächste Entwicklungsschritt gelingen», hieß es von der Handelskammer, die den Monitor in Kooperation mit dem Startup-Verband erstellt.
CDU will sich ein Beispiel an NRW-Gründungsstipendien nehmen
«Nordrhein-Westfalen zeigt, wie es besser gehen kann. Dort unterstützt das Gründungsstipendium Gründer schnell und unbürokratisch in der entscheidenden frühen Phase», sagte Herrmann. «Nicht ohne Grund liegen mittlerweile gleich drei Städte aus Nordrhein-Westfalen bei den Start-up-Neugründungen pro 100.000 Einwohner vor Hamburg.»
Deshalb fordere seine Fraktion ein vergleichbares Gründungsstipendium auch für Hamburg, sagte er. «Viele innovative Ideen scheitern gerade am Anfang an hohen Lebenshaltungskosten und fehlender finanzieller Planungssicherheit. Genau dort muss Politik ansetzen.»
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