Sylt/Hamburg (dpa/lno) –
Eine neuer ICE L soll am Dienstag (10.10 Uhr) im Bahnhof von Westerland auf den Namen «Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer» getauft werden. Der Nationalpark ist seit vielen Jahren Mitglied in der Kooperation «Fahrtziel Natur» und setze sich dafür ein, «dass mehr Gäste mit der klimafreundlichen Bahn in das Schutzgebiet reisen», teilte die Deutsche Bahn (DB) vorab mit.
Als Taufpaten werden Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU), die Leiterin des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Franziska Junge, und die Konzernbevollmächtigte für Hamburg und Schleswig-Holstein der Deutschen Bahn, Ute Plambeck, erwartet.
Bereits ab dem 1. Mai rollt der neue ICE L laut Bahn mehrmals täglich von Hamburg nach Westerland (Sylt). Das Besondere an dem Fernverkehrszug ist sein barrierefreier Einstieg, der ohne Treppen auskommt. Das L steht laut Bahn für «Low floor».
Züge nach Sylt nicht in Höchstgeschwindigkeit
Der ICE L stammt vom spanischen Hersteller Talgo und ähnelt optisch eher den IC-Fernzügen des Konzerns. Obwohl der Zug den Namen ICE trägt, ist er nicht mit höchster Geschwindigkeit unterwegs.
«Auf der Strecke von Hamburg nach Sylt kann der ICE L seinen Geschwindigkeitsvorteil (230 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit) nicht ausspielen, da hier die Streckenhöchstgeschwindigkeit bei 120 bis maximal 160 Kilometer pro Stunde liegt», teilte ein Bahnsprecher der dpa mit.
Diese Geschwindigkeit erreichen demnach auch die Regionalzüge. Anders sei es, wenn der Zug beispielsweise ab dem 14. Juni direkt aus Berlin kommt. Dann kann der ICE L zwischen Hamburg und Berlin seine Höchstgeschwindigkeit ausfahren. Geplant ist laut Bahn, je nach Saison auch ICE L-Züge von Köln sowie Frankfurt über die Marschbahn von und nach Westerland (Sylt) fahren zu lassen.
Verspätungen und Ausfälle auf der Marschbahnstrecke
Den seit Jahren störungsanfälligen Betrieb auf der Marschbahnstrecke von und nach Westerland wollen das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn (DB) jetzt leistungsfähiger und robuster machen – dafür hatten die Verantwortlichen Ende April bei einem Treffen in Westerland einen neuen Fünf-Punkte-Plan vereinbart. Mit dabei waren auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und DB-Chefin Evelyn Palla.
Der Bahndamm nach Sylt gilt als Lebensader für die Insel – wird aber oft zum Nadelöhr. Tausende Pendlerinnen und Pendler sind auf die Bahn für ihren Arbeitsweg angewiesen.
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