Nach Schüssen in Bremen – Polizei fahndet nach Verdächtigen

Die Ermittlungen zu den Schusswaffenvorfällen in mehreren Bremer Stadtteilen werden von der Sonderkommission «Fokus» geführt. (Archivbild) Jörn Hüneke/dpa
Die Ermittlungen zu den Schusswaffenvorfällen in mehreren Bremer Stadtteilen werden von der Sonderkommission «Fokus» geführt. (Archivbild) Jörn Hüneke/dpa

Bremen (dpa/lni) –

Nach mehreren Gewalttaten mit Schüssen in Bremen sucht die Polizei öffentlich nach zwei tatverdächtigen Männern. «Beide sind derzeit flüchtig, nach ihnen wird mit Hochdruck gefahndet», teilte die Polizei mit. Staatsanwaltschaft und Polizei veröffentlichten Fotos von einem 35-Jährigen und einem 39-Jährigen und bitten die Bevölkerung bei der Suche um Mithilfe. Die Verdächtigen sollen allerdings nicht angesprochen werden. «Beide Männer gelten als gefährlich», teilten die Beamten weiter mit. Zeugen sollten die Polizei verständigen. 

Nach Angaben der Ermittler stehen die Männer im dringenden Verdacht, an Gewalttaten mit Schüssen in Walle, in der Neustadt und in Obervielland beteiligt gewesen zu sein. Ermittlungen der Sonderkommission «Fokus» führten nun zu den Verdächtigen. Die Polizei sprach von «weiteren entscheidenden Ermittlungsschritten».

Insgesamt fünf Taten mit Schusswaffen

Der 35-Jährige soll der Beschreibung zufolge etwa 180 Zentimeter groß sein. Er habe dunkle Haare und verändere wiederholt sein Erscheinungsbild, teilte die Polizei mit. Der 39 Jahre alte Verdächtige soll etwa 169 Zentimeter groß sein. Er soll schwarzes, schütteres Haar und zuletzt einen Vollbart getragen haben. 

Zuletzt hatte ein Unbekannter Ende März im Ortsteil Kattenturm einem 60-Jährigen in die Beine geschossen. Der Mann kam schwer verletzt in eine Klinik und wurde operiert. Es war bis dahin die fünfte Gewalttat mit Schüssen in der Hansestadt in dem Monat. Insgesamt waren mehrere Männer im März durch Schüsse verletzt worden, ein 32-Jähriger starb.

Innensenatorin: Lassen Gewalt nicht zu

Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) betonte in einer Mitteilung, dass die Taten «mit aller Konsequenz» verfolgt würden. «Dass die Soko „Fokus“ nun so schnell einen ersten Erfolg erzielt hat, bestätigt diesen Kurs», sagte Högl und dankte den Ermittlern. «Die enge Zusammenarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft zahlt sich aus. Für die Menschen in den betroffenen Stadtteilen gilt: Wir lassen Gewalt auf offener Straße nicht zu.» 

Bereits am Donnerstag hatten Einsatzkräfte der Sonderkommission mit Unterstützung von Spezialkräften mehrere Wohnungen in Bremen sowie im benachbarten Niedersachsen durchsucht. Die Sonderkommission mit Experten aus verschiedenen Bereichen der Polizei war eingerichtet worden, nachdem die Gewalt mit Schusswaffen auf offener Straße zuletzt eskaliert war. Die Soko überprüft auch, inwieweit es einen Zusammenhang bei den Taten gibt.

© dpa-infocom, dpa:260406-930-911304/2

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