Blankenburg/Wernigerode (dpa) –
Kaiser, Könige und andere Majestäten: Das länderübergreifende Tourismusprojekt Harzer Wandernadel feiert seinen 20. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums erscheinen unter anderem neue Begleithefte für Touren etwa zum Thema «Talsperren», sagte Klaus Dumeier, Geschäftsführer der in Blankenburg ansässigen Harzer Wandernadel GmbH, der Deutschen Presse-Agentur. Die Harzer Wandernadel wurde am 8. April 2006 auf der Plessenburg bei Ilsenburg gestartet und zählt seit 2007 im gesamten Harz 222 Stempelstellen im regulären Wanderpass.
Die diesjährige Saison beginnt am 26. April. «Im Jahr 2007 haben wir uns entschlossen, jedes Jahr eine offizielle Saisoneröffnung zu feiern», sagte Dumeier, der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Seinen Ursprung hat die Harzer Wandernadel in einem Vorhaben des zweiten Arbeitsmarktes. Ursprünglich von der kommunalen Beschäftigungsagentur des damaligen Landkreises Wernigerode gestartet, übernahm der Verein «Gesund älter werden» die Trägerschaft und begann, neue Landkreise ins Boot zu holen. Dumeier steht dem Verein bis heute vor, mittlerweile lenkt eine GmbH die Geschicke des Projekts in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Auch Stempelstellen gehen auf Wanderschaft
Die Touren zu den einzelnen Stempelstellen unterscheiden sich in Länge, Schwierigkeitsgrad und Höhenlage. «Es gibt außerdem Sonderstempel und sechs wandernde Stempel, die alle zwei Monate den Ort wechseln», sagte der 64-Jährige. «Letztere decken die hohe Nachfrage ab, etwa von Hotels, die auch gern Stempelstelle sein möchten.»
An der Zahl der für den Titel «Wanderkaiser» benötigten 222 Stempel soll sich laut Dumeier nichts ändern, lediglich ein kleines Update sei in Planung. «Der Harz hat sich immens verändert. Wir haben Aussichten, wo nie Aussichten waren und Aussichten, die zugewachsen sind.» Einige Stempelstellen sollen deshalb mit Hilfe der Nutzer gestrichen und andere neu ausgewiesen werden.
Für Kinderwagen, Hunde und Bergbau-Enthusiasten
Seit Bestehen wurden laut Dumeier mehr als eine Million Wanderpässe und rund 350.000 Begleithefte verkauft. Generell sei das Projekt immer ein sehr dynamisches gewesen, habe sich etwa um kinderwagenfreundlichen Touren oder dem Vier-Pfoten-Wanderpass für Hunde und Katzen erweitert. Auch der «Harzer Steiger», für den 111 Stempel inklusive 22 bergbaulicher Pflichtstempel gesammelt werden müssen, habe sich etabliert. Der Blick in die Statistik weist derzeit mehr als 9.200 Trägerinnen und Träger aus.
Der Status «Wanderkaiser» ist die höchste Auszeichnung für alle 222 gesammelten Stempel. Mehr als 15.350 Menschen tragen diesen «Adelstitel» schon. «Minimum muss man dafür etwa 850 Kilometer wandern, der Schnitt liegt etwa zwischen 1.100 und 1.200», so Dumeier. Ein zunehmendes Problem sei der Vandalismus. «Im Schnitt der letzten Jahre gab es jährlich 120 komplett zerstörte Stempelstellen und 680 gestohlene Stempelgummis.» Das Reparaturmaterial schlage mit mehr als 42.000 Euro Kosten pro Jahr zu Buche. Ehrenamtliche Stempelstellen-Paten helfen, wo es geht.
Jubiläumsausstellung im Harzmuseum
Der 20. Geburtstag ist Anlass für eine Ausstellung im Harzmuseum Wernigerode. Bis 13. September soll die Exposition «20 Jahre Harzer Wandernadel – eine Erfolgsgeschichte» präsentiert werden, wie es hieß. Auf rund 60 Quadratmetern gebe es unter anderem Wanderpässe, Begleithefte, Stempelkästen und Leistungsabzeichen zu sehen; großformatige Fotografien bildeten die schönsten Stempelstellen ab. Die Ausstellung wird nach Museumsangaben von Lesungen, Vorträgen und Führungen begleitet. Mehr als ein Jahr lang sei die Schau vorbereitet worden, hieß es.
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