Der THW Kiel (Schleswig-Holstein) hat auch das neunte Spiel in der Handball-European-League gewonnen und steht vorzeitig im Viertelfinale. Gegen den spanischen Vertreter Bidasoa Irun feierte der deutsche Rekordmeister einen 27:20 (11:8)-Heimsieg. Da die SG Flensburg-Handewitt mit 32:35 (19:21) bei Montpellier HB in Frankreich verlor, ist dem THW der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen.

Beste Kieler Werfer waren die jeweils fünffachen Torschützen Bence Imre und Rasmus Ankermann. Für die Gäste waren Inaki Cavero und Piotr Mielczarski je viermal erfolgreich. Drei Tage zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Filip Jicha in eigener Halle noch eine 26:34-Bundesligapleite gegen den VfL Gummersbach kassiert.
Vor den 5.133 Zuschauenden starteten beide Teams mit einigen Fehlern in die Partie. Bei den Spaniern scheiterte Xavier Gonzales mit einem Siebenmeter an THW-Schlussmann Andreas Wolff, der am Spieltag seinen 35. Geburtstag feierte. Bei den Kielern setzte Imre einen Strafwurf an die Latte.
Reinkind baut den Vorsprung auf fünf Tore aus
Im Verlauf der Partie schafften es die Gastgeber, ihre technischen Unzulänglichkeiten einigermaßen abzustellen. Immer wieder profitierte der THW jetzt von den Fehlern der Spanier. Der Norweger Harald Reinkind erzielte mit dem 11:6 in der 27. Minute erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung für die Norddeutschen.
Vor allem Geburtstags-Torwart Wolff stellte sich den Spaniern in den Weg. Am Ende hatte der Nationalkeeper starke 17 Paraden auf seinem Konto. Unter anderem wehrte er drei Siebenmeter ab.
Flensburg-Handewitt verpasst direktes Viertelfinal-Ticket
Die SG Flensburg-Handewitt hat die direkte Qualifikation für das Viertelfinale in der Handball-European-League verpasst. Das 32:35 (19:21) beim französischen Club Montpellier HB war schon die zweite Hauptrundenniederlage des Titelverteidigers. Platz eins in der Gruppe ist dem ungeschlagenen THW Kiel nach dem 27:20 (11:8) über Bidasoa Irun aus Spanien nicht mehr zu nehmen. Bester Flensburger Werfer war Marko Grgic mit neun Toren. Für Montpellier erzielten Jack Thurin und Agustin Casdo je sechs Treffer.

SG-Trainer Ales Pajovic hatte auf die leicht angeschlagenen Torhüter Kevin Möller und Emil Jakobsen verzichtet. Simon Pytlick wurde geschont. Dafür rückten in Schlussmann Catalin Haidu (18 Jahre alt), Jonas Rithaphorn (19) und Onno Buschmann (18) drei Nachwuchskräfte in den Kader.
Montpellier zieht nach der Pause davon
Die beiden Teams lieferten sich eine Partie auf Augenhöhe, in der die Angriffsreihen dominierten. So fielen schon in der ersten Hälfte 40 Tore. Noch vor der Pause drehten die Franzosen das Spiel zu ihren Gunsten. Zur Halbzeit lag Montpellier mit zwei Treffern in Führung. In der 44. Minute war der Vorsprung beim 29:25 auf vier Treffer angewachsen.
Den Flensburgern fehlten die Mittel, um den Sieg der Franzosen zu gefährden. Nach dem 40:35 im Hinspiel gegen Montpellier hat die SG aber den direkten Vergleich gewonnen und geht als Gruppenzweiter in die Playoffs und den Kampf um einen Platz in der Runde der besten acht Teams.
SAT.1 REGIONAL/dpa












