Warnstreik in Bremen: So kommen Fans und Pendler ans Ziel

Ein Warnstreik bremst erneut Straßenbahnen und Busse in Bremen aus.  Focke Strangmann/dpa
Ein Warnstreik bremst erneut Straßenbahnen und Busse in Bremen aus. Focke Strangmann/dpa

Bremen (dpa/lni) –

Der Nahverkehr in Bremen kommt wegen eines Warnstreiks erneut zum Erliegen. Alle Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) stehen von Freitag, 3.00 Uhr, bis Montag, 3.00 Uhr still, wie das Unternehmen BSAG mitteilt. Niedersachsen und die Stadt Bremerhaven sind nach Angaben der Gewerkschaft Verdi vom Warnstreik nicht betroffen.

Berufstätige müssen in der Regel trotzdem pünktlich am Arbeitsplatz sein. Auch Schülerinnen und Schüler können nicht einfach zu Hause bleiben. Und Fußballfans wollen am Samstag zur Partie Werder Bremen gegen Heidenheim ins Weserstadion. Welche alternativen Fortbewegungsmittel stehen ihnen zur Verfügung? In jedem Fall sollte mehr Zeit als sonst eingeplant werden, rät die Polizei.

Busse und Bahnen des Verkehrsverbundes Niedersachsen/Bremen (VBN)

In Niedersachsen fahren wegen der dortigen Friedenspflicht die Regional- und Stadtbusse nach Plan. Regionalbusse aus den umliegenden Landkreisen fahren ihre normalen Strecken auch durch das Stadtgebiet Bremen und bedienen dort einige Haltestellen. Züge von und nach Bremen sind ebenfalls nicht vom Warnstreik betroffen. 

Zu Fuß

Zu Fuß lassen sich vom Hauptbahnhof aus viele Ziele meistern – auch das Weserstadion, das in rund 40 Minuten erreichbar ist. Wegen des Warnstreiks dürfte es zu deutlich mehr Fußgängerverkehr in der Innenstadt kommen. Wer sich für den Fußweg entscheidet, sollte wetterfeste Kleidung anziehen: Das Wetter zeigt sich am Samstag laut Deutschem Wetterdienst stark bewölkt bis bedeckt, zeitweise ist etwas Regen möglich bei 10 bis 16 Grad. 

Eigenes Auto

Am Freitagvormittag kann es in der Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen kommen, da BSAG-Beschäftigte vom Gewerkschaftshaus zu einer Kundgebung (11.00 Uhr) an der Domsheide marschieren. Am Samstag wird mit erhöhtem Verkehrsaufkommen wegen des Werder-Spiels gerechnet. Werder Bremen rät, Fahrgemeinschaften zu bilden. Über das Mitfahrportal Fan‑Ride können sich Fans zusammenschließen. Das Gebiet rund um das Weserstadion ist so wie bei allen Heimspielen ab zweieinhalb Stunden vor Anstoß bis kurz nach Spielbeginn für Autos gesperrt.

Auf der Bürgerweide stehen 2.800 Parkplätze zur Verfügung, wie eine BrePark-Sprecherin sagte. Auch die Parkhäuser in der Innenstadt stehen zur Verfügung, für das Fußballspiel ist das Parkhaus Ostertor/Kulturmeile am attraktivsten. Werder Bremen bietet zudem Park+Ride-Plätze an. Fans aus Richtung Hamburg, Hannover, Osnabrück oder Oldenburg sollten die A 1 bei der Abfahrt Hemelingen verlassen und den P+R-Platz Hemelinger Hafen ansteuern. Von dort fahren Shuttle-Busse zum Stadion.

Fähre 

Die Sielwallfähre pendelt am Freitag von 15.00 Uhr bis Mitternacht zwischen Café Sand und Osterdeich. Am Samstag fährt sie von 12.00 bis Mitternacht und am Sonntag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Wegen des Werder-Spiels wird am Samstagnachmittag eine zweite Fähre eingesetzt. Somit könnten auswärtige Fußballfans auf der anderen Weserseite parken und anschließend mit der Fähre fahren. Von der Anlegestelle am Osterdeich ist es nur noch ein kurzer Fußweg zum Stadion. Die Fähre von Bremen-Nord zum Weserstadion ist nach Angaben des Betreibers Hal över bereits ausgebucht. 

Fahrdienstanbieter

Sowohl die Taxi-Unternehmen als auch der Fahrdienstleister Uber rechnen mit deutlich mehr Nachfrage. «Unsere Zentrale wird personell aufgestockt», sagt Fred Buchholz, Vorsitzender von Taxi-Ruf Bremen. Auch werden mehr Taxis als üblich unterwegs sein. «Wir werden versuchen, alles was Räder hat, auf die Straße zu bringen», sagt er. Vorbestellungen seien empfehlenswert, da die Nachfrage erfahrungsgemäß größer sein werde als das Angebot. Wegen der Tarifpflicht wird es für die Fahrgäste nicht teurer als sonst.

Auch Uber wolle zusätzliche Kapazitäten aktivieren, um Fahrgäste ans Ziel zu bringen, sagt Unternehmenssprecherin Larissa Schröder. Allerdings könnten die Preise bei hoher Nachfrage steigen. Der Fahrpreis wird den Nutzerinnen und Nutzern vor der Buchung in der App angezeigt.

Leih-Scooter und Leihräder

Wer den Warnstreik mit dem Fahrrad überbrücken möchte, hat die Möglichkeit auf Bre.Bike zurückzugreifen. Das Angebot ist über die Nextbike-App verfügbar. Nach Angaben der Stadt stehen insgesamt mehr als 1.000 Leihräder bereit. Auch MyFiets am Hauptbahnhof bietet die Möglichkeit, Fahrräder zu mieten. 

Der Elektrorolleranbieter Lime ist während des Warnstreiks nach eigenen Angaben mit allen verfügbaren Kapazitäten unterwegs. Die Verkehrsknotenpunkte mit vorhersehbar hohem Aufkommen – also Innenstadt, Weserstadion und Hauptbahnhof – werden demnach genau beobachtet. Wenn nötig, werden Fahrzeuge umverteilt, wie eine Sprecherin sagte. Bereits im Vorfeld seien verstärkt Batterien gewechselt worden, damit möglichst viele Fahrzeuge zu Streikbeginn mit voller Ladung bereitstehen.

Die Gewerkschaft ruft bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einem bundesweiten ÖPNV-Warnstreik auf. Schon am 2. Februar kam der Nahverkehr fast zum Erliegen, auch in Bremen ging damals nichts mehr. Mit dem erneuten Warnstreik will die Gewerkschaft im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Verdi fordert unter anderem kürzere Schichtzeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge in der Nacht und am Wochenende.

© dpa-infocom, dpa:260227-930-742138/1

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