Hamburg (dpa/lno) –
Ausgestattet mit 25 Millionen Euro soll Hamburgs weit verzweigtes Gewässernetz aus Flüssen, Bächen und Kanälen in den nächsten zehn Jahren ökologisch gestärkt werden. «Wir wollen die Flussnatur aufwerten und für alle zugänglich und erlebbar machen», sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) bei der Übergabe eines Zuwendungsbescheides an die Stiftung Lebensraum Elbe, die das Naturschutzgroßprojekt «Hamburg, deine Flussnatur» umsetzen soll.
Der Schutz und die Entwicklung der Fließgewässer in Hamburg sei «eine wichtige Investition in die Zukunft dieser einzigartigen Naturlandschaft mitten in der Stadt», betonte Schneider.
500 Maßnahmen an 38 Fließgewässern geplant
Der Bund trägt mit allein 17 Millionen Euro das Gros der Kosten für die kommenden zehn Jahre. 1,85 Millionen Euro steuert die Stadt Hamburg bei, mehr als 5,5 Millionen die Stiftung. Etwa 2,3 Millionen Euro hatten Bund, Stadt und Stiftung bereits in die Planung investiert.
Bis 2035 sollen den Angaben zufolge an insgesamt 38 Flüssen, Bächen und Kanälen – die Elbe ist nicht dabei – bis zu 500 Maßnahmen verwirklicht werden. Es gehe es um eine Uferlinie von insgesamt 375 Kilometern auf mehr als 3.000 Hektar Stadtgebiet.
Ufer und Auen sollen demnach als Lebens- und Wanderräume für Pflanzen und Tiere entwickelt und dabei unterstützt werden, sich besser an den Klimawandel anzupassen. Dafür sollen Ufer abgeflacht, Gewässerläufe naturnah verlängert, gemauerte Uferkanten mit Pflanzelementen ergänzt oder Totholz eingebracht werden.
Lebendige Flusslandschaften und Erholungsräume vor der Haustür
Das Geld sei «bestens angelegt», versprach Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne). «Es entstehen lebendige Flusslandschaften und neue Erholungsräume direkt vor der Haustür der Hamburgerinnen und Hamburger.» Zugleich mache das Projekt deutlich: «Ambitionierter Naturschutz und Großstadt sind kein Widerspruch.»
Naturschutzgroßprojekte im urbanen Raum schafften nicht nur Lebensräume für bedrohte Arten, «sondern auch Orte, an denen Menschen inmitten der Stadt Natur erfahren können», sagte die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Sabine Riewenherm. «Gleichzeitig stärken sie das Zusammenspiel von Gewässern, Grünflächen und naturnahen Lebensräumen, das die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels macht.»
Ein Biotopverbund sei für ihn auch «eine systemrelevante Infrastruktur», sagte der Projektleiter der Stiftung, Karsten Borggräfe. Es gebe in Hamburg bereits Hotspots der Biodiversität. Ziel sei es, eine Verbindung der Systeme über die Gewässer und die Uferbereiche zu erreichen, so dass Organismen wandern könnten.
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