
Am heutigen Donnerstag wird in Hamburg erneut mit erheblichen Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr gerechnet. Die Hochbahn geht nach eigenen Angaben davon aus, dass 30 der insgesamt 112 Buslinien betroffen sind. Voraussichtlich gar nicht fahren demnach die Linien 8, 9, 10, 11, 27, 116, 118, 160, 162, 167, 255, 260, 263, 368, 608 und X35. Einen „instabilen Teilbetrieb“ werde es auf den Linien 12, 16, 23, 25, 28, 31, 105, 168, 171, 261, 554, 567, X22 und X27 geben.
Am Mittwoch waren neben den U-Bahnen und den Hochbahn-Bussen auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betroffen. Bestreikt wurden nach VHH Angaben die Betriebshöfe Bergedorf, Rahlstedt, Glinde, Billbrook, Geesthacht und Lauenburg. Fahrgäste mussten vor allem Einschränkungen im Hamburger Osten sowie in den Kreisen Lauenburg und Stormarn aushalten. Nach VHH-Angaben fuhren knapp 70 Buslinien gar nicht, bei weiteren gut 20 kam es zu Ausfällen.
Präsenzpflicht an Schulen bleibt bestehen
Auch Hamburgs rund 270.000 Schülerinnen und Schüler mussten sehen, wie sie es in ihre Schulen schafften. Einfach zu Hause zu bleiben, war keine Option. «Auch diesmal bleibt die Präsenzpflicht bestehen», hatte eine Sprecherin der Schulbehörde bereits am Vortag erklärt. Wie immer gelte jedoch, «dass Eltern ihr Kind vom Schulbesuch dann abmelden können, wenn der Schulweg ihres Kindes objektiv unzumutbar oder die Schule de facto nicht erreichbar ist».
Freude herrschte dagegen im Taxigewerbe. Offensichtlich nutzten viele Menschen diese Alternative. Fahrer Kaiser Kahn sagte, er sei seit 3.30 Uhr „voll dabei“ und betonte: „Besser geht es nicht.“ Ähnlich gut sei es nur beim ersten Warnstreiktag Anfang des Monats gewesen.
Diesmal kürzere Vorwarnzeit
Anders als beim ersten 24-stündigen Warnstreik ist die Vorwarnzeit für vom Streik betroffene Menschen diesmal deutlich kürzer ausgefallen. Statt ein ganzes Wochenende ließ die Gewerkschaft Verdi von der Ankündigung bis zum Warnstreik nur gut 15 Stunden verstreichen.
Verdi fordert in den Tarifverhandlungen bei der Hochbahn unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende. Bei den VHH-Beschäftigten geht es um einen neuen Manteltarifvertrag.
SAT.1 REGIONAL/dpa












