Fahrgäste von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen müssen sich am kommenden Montag in Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein auf Ausfälle im Nahverkehr einrichten. Die Gewerkschaft Verdi ruft unter anderem bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) zum Warnstreik auf. Es sei davon auszugehen, dass der Verkehr dann zum Erliegen komme.
Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Aktion ist Teil bundesweiter Arbeitsniederlegungen in mehreren Bundesländern. Niedersachsen ist nach Angaben von Verdi zunächst nicht betroffen. Für die etwa 5.000 Beschäftigten in Niedersachsen gelte noch die Friedenspflicht.
Hintergrund sind Verhandlungen über neue Manteltarifverträge für die kommunalen Nahverkehrsbetriebe in diesem Frühjahr in allen Bundesländern. In den Verhandlungen fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
In Teilen Schleswig-Holsteins Busausfälle
Auch in den vier kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins müssen sich Fahrgäste am Montag auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Busfahrer:innen in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg zu einem Warnstreik aufgerufen.
Der Warnstreik betrifft die Busse der KVG in Kiel, der Stadtwerke Lübeck Mobil, des SWN Stadtverkehrs in Neumünster und des Unternehmens Aktiv Bus in Flensburg. „Es ist davon auszugehen, dass der öffentliche Personennahverkehr in den betroffenen Regionen weitgehend zum Erliegen kommt“, kündigte die Gewerkschaft an.
Auch Streik bei Hamburger Hochbahn und VHH
Verdi hat auch die Beschäftigten der Hamburger Hochbahn, der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH und die Beschäftigten mehrerer Betriebe im öffentlichen Dienst der Länder für Montag in Hamburg zum Warnstreik aufgerufen. Die Warnstreiks bei der VHH und der Hamburger Hochbahn beginnen am Montag, 2.2. um 3:00 Uhr und enden 24 Stunden später, am Dienstag 3.2. ebenfalls um 3:00 Uhr. Auch die Nachtbusse von Montag auf Dienstag werden vom Warnstreik betroffen sein.
Die Hamburger Hochbahn teilte am Freitagmittag mit, dass nicht damit zu rechnen ist, dass am Montag um 3.00 Uhr, der Bus- und U-Bahn-Betrieb in Hamburg aufgenommen werden kann. Auch im Busbetrieb im Umland – insbesondere in den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg – wird es zu erheblichen Einschränkungen kommen. Die Schulbusverkehre sollen nach derzeitiger Planung stattfinden.
VHH und Hochbahn bitten ihre Kund:innen, auf nicht erforderliche Fahrten zu verzichten und gegebenenfalls auf andere Verkehrsangebote auszuweichen. Die S-Bahn, die Regionalbahnen und die Fähren der HADAG sowie die Buslinien der vhh.mobility-Tochter Ahrensburger Busbetriebsgesellschaft (ABG) und die On-Demand-Shuttles hvv hop sind nicht von den Warnstreiks betroffen. Die hvv-App und hvv.de informieren darüber, welche hvv-Linien und fahren bzw. welche Fahrten stattfinden.
Einschränkungen auch im Schiffsverkehr
Außerdem können bei der Containerabfertigung im Hamburger Hafen Verzögerungen durch Arbeitskampfmaßnahmen beim Veterinäramt entstehen. Ebenso sei zu erwarten, dass an den Schleusen im Alster- und Billerevier nur sehr eingeschränkt gearbeitet wird.
SAT.1 REGIONAL/dpa/Verdi/Hochbahn












