Berlin (dpa) –
Der Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga steuert auf ein Finale Furioso am letzten Spieltag zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC St. Pauli zu. Der Tabellenvorletzte aus Niedersachsen nutzte den Patzer des Kiezclubs gegen Köln (1:1) und verkürzte mit dem 2:1-Sieg beim 1. FC Union Berlin den Rückstand auf zwei Punkte. Ausgerechnet beim Saisonfinale Mitte Mai treffen beide Teams in Hamburg aufeinander.
«Die Mannschaft lebt, sie will unbedingt», erklärte Dieter Hecking, der mit diesem Erfolg seinen ersten Sieg seit seinem Amtsantritt Anfang März feiern konnte. Insgesamt war es erst der zweite Erfolg für den VfL Wolfsburg in diesem Kalenderjahr. Zuvor hatte das Team zuletzt Mitte Januar gewonnen – ausgerechnet gegen Pauli.
«Zumindest wäre jetzt theoretisch das Endspiel möglich, wo wir an ihnen noch vorbeiziehen können. Wir werden alles dafür tun, dieses Endspiel zu haben», schickte Hecking als Kampfansage Richtung Norden.
Hecking spricht von «erstem Lebenszeichen»
Der Sieg war angesichts des Spielverlaufs zwar etwas glücklich, aber von enormer Bedeutung. Ein Traumtor aus der Distanz mit dem Außenrist von Patrick Wimmer (11. Minute) sowie der Treffer von Dzenan Pejcinovic (46.) verdarben das historische Debüt der Union-Cheftrainerin Marie-Louise Eta. Die 34-Jährige musste von der Seitenlinie aus mit ansehen, wie ihr Team zahlreiche Großchancen ungenutzt ließ und durch Oliver Burke (86.) lediglich noch der späte Anschlusstreffer gelang.
Hecking wertete den Sieg seiner Mannschaft als «erstes Lebenszeichen. Wir wissen auch, es müssen weitere kommen», forderte der VfL-Coach und verriet über die Stimmung in der Kabine: «Dieser Sieg hat richtig gutgetan».
Für weite Teile der Union-Berlin-Familie war das erste Spiel nach der Trennung von Steffen Baumgart zweifellos von besonderer Emotionalität geprägt – nicht zuletzt wegen der gesellschaftlichen Signalwirkung, die Etas Beförderung mit sich brachte. Doch die Tränen und großen Gefühle gab es auf der Wolfsburger Seite.
Arnold weint nach 400. Bundesliga-Spiel
Angesprochen auf sein 400. Bundesliga-Spiel pustete Kapitän Maximilian Arnold mehrmals kräftig durch und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. «Es ist brutal. Schon besonders», sagte der Kapitän nach seinem Jubiläum beim TV-Sender Sky.
Ein einzelnes Spiel aus den 400 wollte Arnold nicht herauspicken und als das besondere hervorheben. «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde: Ich hätte alle genossen. Jeder Sieg, den man in der Bundesliga feiert, ist etwas Besonderes. Ich genieße es einfach, Bundesliga zu spielen», befand der frühere Nationalspieler.
Anschließend richtete Arnold noch eine Liebeserklärung an seine Frau Jenny. Auf die Frage, welche Person in den Jahren die wichtigste gewesen sei, sagte Arnold: «Meine Frau. Ich bin nicht ganz einfach zu Hause. Sie nimmt mich so, wie ich bin. Ich bin manchmal echt sehr, sehr schwierig. Sie ist mein Fels in der Brandung», schwärmte der Wolfsburger.
Besonderer Jahrestag für Torjäger Wimmer
Auch Teamkollege Wimmer redete wenige Minuten später in der Interviewzone über seine Frau Sarah. «Mit meiner Frau habe ich heute einen besonderen Tag, wie lange wir schon zusammen sind. Es ist witzig, dass ich die ganz genauen Zahlen weiß. Es sind 400 Wochen genau und 2.800 Tage genau. Es sind alles gerade Zahlen», verriet der Österreicher.
Dass er diese Zahlen so exakt parat hatte, kommt nicht von ungefähr. «Ich muss sagen, ich habe schon eine App, die mitzählt.» Das besondere Datum habe ihm zusätzliche Energie verliehen. Ob der Höhenflug auch nach 401 Wochen anhält, wird sich beim Heimspiel am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach zeigen.
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