Hamburg (dpa) –
Dank Ersatz-Torjäger Christian Kofane hat Bayer 04 Leverkusen seine kleine Ergebniskrise überwunden. Die zuletzt in drei Pflichtspielen sieglosen Rheinländer gewannen beim Hamburger SV das Nachholspiel der Fußball-Bundesliga mit 1:0 (0:0). Kofane, der für den kurzfristig verletzten Top-Torjäger Patrik Schick spielte, erlöste die Rheinländer nach 73 Minuten mit seinem Treffer.
Durch den Erfolg in einer vor allem in der ersten Halbzeit schwachen Partie rückte der Tabellensechste auf einen Punkt an Leipzig heran und gehört weiter zum Anwärterkreis auf die Königsklassen-Qualifikation. Die Hanseaten kassierten vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion die zweite Niederlage in Folge und sind seit drei Ligaspielen ohne Sieg. Der Aufsteiger steht als Elfter weiter nur vier Punkte vom Abstiegsrelegationsrang entfernt.
Muskuläre Verletzung bei Schick
Die Partie des 17. Spieltags zum Hinrunden-Abschluss sollte eigentlich kurz nach dem heftigen Wintereinbruch im Norden im Januar ausgetragen werden. Aber das Spiel wurde wegen des teils gestautem Tauwassers auf der Dachmembran und damit einhergehenden Sicherheitsbedenken verschoben.
Bei nun deutlich milderen Temperaturen begannen die Leverkusener ohne Schick, der wegen muskulärer Probleme nicht dabei war. Für ihn spielte Kofane. Der Kameruner war jedoch nicht beteiligt, als die Gäste nach sieben Minuten zum ersten Mal vorn gefährlich wurden: Der 18 Jahre alte Startelf-Debütant Montrell Culbreath verpasste per Kopf das Tor. Wenige Minuten später lenkte Martin Terrier eine Flanke an die Latte des HSV-Tores.
Eine Woche vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal waren die Gäste bemüht, ein anderes Gesicht als zuletzt zu zeigen. Und fast holte der auffällige Ibrahim Maza einen Elfmeter heraus. Doch das Foul von HSV-Vertretungskapitän Nicolai Remberg an Maza erfolgte außerhalb des Strafraums, befand der Videoschiedsrichter, nachdem der Unparteiische Sören Storks erst Strafstoß geurteilt hatte.
Jatta verletzt vom Platz
HSV-Trainer Merlin Polzin, der ohne die Vize-Kapitäne Nicolas Capaldo (Bauchmuskelverletzung) und Miro Muheim (Gelb-Sperre) auskommen musste, hatte den eigentlichen Kapitän Yussuf Poulsen aus Gründen der Belastungssteuerung nicht für den Kader berücksichtigt. Nach knapp 30 Minuten musste Polzin den nächsten Ausfall kompensieren. Bakery Jatta verließ verletzt den Platz.
Die Leverkusener waren zwar das bessere Team, aber sie fanden zu wenige Mittel gegen die gut sortierte HSV-Defensive. Kurz nach dem Wiederbeginn gab es eine knifflige Szene im Strafraum der Hamburger. Luka Vuskovic trat auf den Fuß von Kofane, der zunächst liegen blieb. Doch der Elfmeterpfiff blieb aus – Glück für den HSV. Kurz danach verpasste Edmond Tapsoba frei stehend die Führung per Kopf.
Maza vollstreckt
Der HSV kam erst nach 55 Minuten zu seiner ersten wirklichen Großchance, als Remberg aus kurzer Entfernung im Strafraum den Ball viel zu mittig aufs Tor brachte – und damit direkt in die Hände von Bayer-Torwart Janis Blaswich. Auf der Gegenseite wurde ein Tor von Tapsoba aberkannt, weil der Ball zuvor an die Hand des Abwehrspielers geprallt war.
Dann machte es Schick-Ersatz Kofane besser: Nach dem Zuspiel des starken Maza vollstreckte der 19-Jährige in bester Angreifer-Manier ohne Chance für HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes.
© dpa-infocom, dpa:260304-930-770147/1








