Prozess um totes Baby im Pizzakarton – Mutter freigesprochen

Die Staatsanwaltschaft wirft der 33-jährigen Angeklagten Totschlag durch Unterlassen vor. (Archivbild) Izabella Mittwollen/dpa
Die Staatsanwaltschaft wirft der 33-jährigen Angeklagten Totschlag durch Unterlassen vor. (Archivbild) Izabella Mittwollen/dpa

Verden (dpa) –

Eine wegen Totschlags durch Unterlassen an ihrem zu früh geborenen Baby angeklagte 33 Jahre alte Frau ist vom Landgericht Verden freigesprochen worden. Das 940 Gramm schwere Frühchen hätte nach Auffassung der Kammer auch bei sofortiger medizinischer Behandlung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht überlebt, teilte ein Gerichtssprecher mit. 

Die drogenabhängige Deutsche hatte in ihrer Achimer Wohnung eine Frühgeburt erlitten. Sie benachrichtigte keinen Rettungswagen. Kurze Zeit später starb das Kind. Anschließend legte die Frau den Körper in einem Pizzakarton ins Gefrierfach ihres Kühlschranks. Dort fanden Angehörige Monate später den Leichnam des Mädchens. 

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hatten dem Sprecher zufolge am Mittwoch einen Freispruch beantragt. Das Gericht hatte drei medizinische Sachverständige damit beauftragt, zu prüfen, ob das Kind lebensfähig gewesen wäre. Laut Staatsanwaltschaft war die Angeklagte seit ihrem elften Lebensjahr kokainabhängig. Die Schwangerschaft habe sie verdrängt.

© dpa-infocom, dpa:260312-930-806142/1

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