Hamburg (dpa/lno) –
Zahlreiche Menschen haben am Holocaust-Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die Stiftung Bornplatzsynagoge hatte zu einer Gedenkveranstaltung auf den Joseph-Carlebach-Platz im Grindelviertel geladen. Dort, wo früher die größte Synagoge Norddeutschlands stand, bildeten Hamburgerinnen und Hamburger einen leuchtenden Davidstern aus Kerzen. Die Aktion ist Teil des Kunstprojekts «Seite an Seite» der Künstlerin Valérie Wagner zur Sichtbarmachung jüdischen Lebens im öffentlichen Raum und ein Zeichen der Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Hamburg.
Der Menschenstern sollte von oben mit einer Drohne fotografiert werden, hieß es. Die Aufnahme ist die letzte von insgesamt sechs Aktionen, die seit April an bekannten Orten in Hamburg stattgefunden haben, wie dem Bunker auf St. Pauli oder der Kunsthalle. Die Ergebnisse sollen im Juni 2026 zur Triennale der Photographie in Hamburg ausgestellt werden. Nach der Foto-Aktion sprach der Landesrabbiner Shlomo Bistritzky das Gebet El male rachamin zum Gedenken an die Opfer der Shoa.
Bürgerschaft erinnert an das Schicksal queerer Menschen
Die Hamburgische Bürgerschaft hatte zur szenischen Lesung in den Großen Festsaal des Hamburger Rathauses geladen. In dem Dokumentarstück «Das Lila Lied» von Michael Batz erinnerten die Protagonisten anhand von Dokumenten und Zeitzeugenberichten an die nationalsozialistische Verfolgung von Homosexuellen in Hamburg. «Die Ungerechtigkeit, die den Opfern der Nazis widerfuhr, weil sie nicht „Hitlers Norm“ entsprachen, ist unerträglich», sagte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit. «Auch heute ist es wichtig, sich deutlich gegen jede Form der Diskriminierung zu wehren: Liebt dochwen ihr wollt, denn Liebe ist nicht kriminell!»
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