Kiel (dpa/lno) –
Mit einer Reform des Integrations- und Teilhabegesetzes will das Sozialministerium Geflüchtete besser in den Arbeitsmarkt einbinden. Wie das Ministerium mitteilte, hat das Kabinett die sogenannte Formulierungshilfe am Dienstag beschlossen. Nun soll das Gesetz in den Landtag eingebracht werden und noch in diesem Jahr in Kraft treten.
«Integration kann nur gelingen, wenn der Staat gute Rahmenbedingungen schafft, damit Menschen hier tatsächlich ankommen können und die aufnehmende Gesellschaft mit großer Akzeptanz auf die Veränderungen reagiert», sagte Integrationsministerin Aminata Touré (Bündnis90/Die Grünen). Die Gesetzesnovelle solle deshalb vor allem die Bereiche Arbeit, Bildung und Gesundheit stärken.
Was geplant ist
«Wir wollen, dass Geflüchtete hier den gleichen Zugang zu Bildung haben wie alle anderen», erklärte Touré. Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache sollen von Anfang an durchgehend Deutsch lernen – beginnend in der frühkindlichen Bildung. Auch künftig soll die Sprachförderung alltagsnah erfolgen.
Zudem soll die Integration in den Arbeitsmarkt vorankommen, um den Sozialstaat zu entlasten und die Eigenständigkeit der Menschen zu stärken. Gleichzeitig könne die Wirtschaft so dringend benötigte Fach- und Arbeitskräfte gewinnen, hieß es. Mit der Gesetzesnovelle sollen Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration direkt ab dem ersten Tag nach der Ankunft in Schleswig-Holstein beginnen.
«Außerdem legen wir einen Fokus auf die gesundheitliche Versorgungsstruktur und die psychosoziale Beratung, da Menschen auf der Flucht oftmals schwere Traumatisierungen erleiden», so die Ministerin. Die Novelle soll Hürden für Menschen mit Migrationshintergrund abbauen und die Beratungsstrukturen für psychosoziale Betreuung zugänglich machen.
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