Eisregen im Norden – DWD warnt vor Glatteis-Gefahr

Eisregen und überfrierende Nässe haben auf der Autobahn A7 zu mehreren Unfällen geführt. Frank Molter/dpa
Eisregen und überfrierende Nässe haben auf der Autobahn A7 zu mehreren Unfällen geführt. Frank Molter/dpa

Hamburg/Kiel (dpa/lno) –

Eisregen hat im Norden zu spiegelglatten Straßen und etlichen Unfällen geführt. Allein auf der Autobahn A7 ist es wegen einsetzender Glätte zwischen Henstedt-Ulzburg und Hamburg gleich zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen, wie die Polizei mitteilte. Über die Zahl der Verletzten und beteiligten Fahrzeuge war zunächst nichts bekannt. Die Autobahn wurde in Richtung Hamburg ab Henstedt-Ulzburg gesperrt.

Deutscher Wetterdienst: «Gefahr für Leib und Leben»

Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor in Hamburg und Schleswig-Holstein vor Glatteis durch gefrierenden Regen gewarnt, sprach von einer «Gefahr für Leib und Leben». Die amtliche Unwetterwarnung galt von 13.00 Uhr an und sollte bis Mitternacht andauern.

Der DWD riet, einen Aufenthalt im Freien und Fahrten zu vermeiden. Es könne auf allen Verkehrswegen zu Beeinträchtigungen bis hin zu Sperrungen oder Schließungen kommen. Autofahrer sollten deshalb möglichst volltanken und vorsichtshalber Decken und warme Getränke an Bord haben. 

In der Nacht zu Dienstag gebe es in Schleswig-Holstein zeitweise Schauer. Es bleibe weiterhin glatt. Tagsüber bleibe es wechselhaft mit Wolken, gebietsweise mit Regen und Nebel. Die Maximalwerte steigen auf 3 bis 5 Grad in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Weiter Einschränkungen bei der Hamburger S-Bahn

Fahrgäste der Hamburger S-Bahn mussten wegen Schnee und Glätte weiter auf allen Linien mit Einschränkungen leben. «Auch wenn wir auf allen Strecken fahren können, kann es auch weiterhin aufgrund der dynamischen Wetterlage zu neuen kurzfristigen Einschränkungen kommen, die zu Verspätungen und Zugausfällen führen», teilte die S-Bahn mit. 

Unter anderem gebe es weiter keinen S-Bahn-Verkehr von Altona direkt nach Holstenstraße, Sternschanze und Dammtor. Die Linie S2 fahre gar nicht und die Linie S5 verkehre zwischen Neugraben und Stade während des Berufsverkehrs alle 20 Minuten, ansonsten nur einmal pro Stunde.

Moia-Rufbusse bleiben in den Depots

Die Moia-Rufbusse blieben am Montag in Hamburg in den Depots. «Aufgrund der aktuellen Wetterverhältnisse haben wir unseren Fahrbetrieb vorübergehend eingestellt», teilte eine Sprecherin mit. Wann die Busse wieder starten, sei noch nicht absehen.

Auch südlich von Hamburg gab es zahlreichen Zugausfälle im Regionalverkehr. Unter anderem bei den Bahnunternehmen Metronom und Enno fielen am Morgen einige Züge aus, wie die Unternehmen auf ihren Internetseiten mitteilten – beim Metronom bessert sich die Lage seitdem aber. Eine vorsichtige Entspannung der Lage sei erkennbar. Unter anderem war die Linie RE3 zwischen Uelzen und Hamburg betroffen. Auch auf den Linien RB31 zwischen Hamburg und Lüneburg sowie RB41 zwischen Tostedt und Hamburg kam es früheren Angaben zufolge zu Ausfällen.

Präsenzunterricht an Hamburgs Schulen

An Hamburgs Schulen gab es am Montag trotz der Unwetterwarnung wieder Präsenzunterricht. Im Einzelfall konnten Schulen aber auch abweichende Regelungen treffen, wie die Schulbehörde mitteilte. Gleichzeitig ermahnte sie Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und schulische Beschäftigte, nach Unterrichtsschluss vorsichtig zu sein und mehr Zeit einzuplanen. Am vergangenen Freitag waren alle Hamburger Schulen wegen des Schneefalls geschlossen.

Die Feuerwehr warnte unterdessen trotz zwei Tagen mit zweistelligen Minusgraden eindringlich vor einem Betreten der Eisflächen. «Es gibt kein tragfähiges Eis in Hamburg», sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Bislang hätten sich alle in der Stadt auf die Warnung eingestellt: Die Feuerwehr musste nicht ausrücken, weil Menschen ins Eis eingebrochen waren. In den Nächten auf Sonntag und Montag waren die Temperaturen in Hamburg auf bis zu -14 Grad gesunken. 

Salzvorräte in Schleswig-Holstein ausreichend

Die Salzvorräte des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein reichen noch aus. «Zudem werden in den kommenden Tagen Nachlieferungen eintreffen», sagte eine Sprecherin. Es sei genug Salz für die Bundes- und Landesstraßen sowie die Kreisstraßen der Landkreise vorhanden, mit deren Kreisverwaltung eine Vereinbarung über den Straßenbetriebsdienst geschlossen wurde. Das sind Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Ostholstein und Stormarn.

Smartphone-Lampe als Fahrradlicht auf der A7 genutzt

Weil sein üblicher Weg zur Arbeit wegen der Schneeglätte seiner Ansicht nach nur schwer passierbar war, ist ein Radfahrer am späten Sonntagnachmittag bei Flensburg auf die A7 ausgewichen. Der 22-Jährige sei an der Anschlussstelle Flensburg/Harrislee auf die Autobahn aufgefahren und habe sich dort unbeleuchtet in Richtung Süden fortbewegt, teilte die Polizei am Montag mit. 

Auf der Polizeistation Handewitt habe er dann erklärt, er sei auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle im Flensburger Süden gewesen und habe sich kurzerhand für die geräumte Autobahn entschieden, da sein üblicher Weg wegen der Schneeglätte nur schwer befahrbar gewesen sei. Beleuchtung hatte er nicht an seinem Rad. Der Mann nutzte die Taschenlampe seines Smartphones.

© dpa-infocom, dpa:260112-930-534212/1

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