Nach gescheiterter Walrettung kritisieren Grüne Backhaus

Nachdem feststeht, dass der mehrfach gestrandete Buckelwal tot ist, wird Kritik laut.  Marcus Golejewski/dpa
Nachdem feststeht, dass der mehrfach gestrandete Buckelwal tot ist, wird Kritik laut. Marcus Golejewski/dpa

Schwerin (dpa) –

Nach dem Tod des Buckelwals, der mehrfach an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet war, kommt Kritik aus der Grünen-Landtagsfraktion an Umweltminister Till Backhaus (SPD). Der stellvertretende Vorsitzende und umweltpolitische Sprecher, Harald Terpe, warf Backhaus vor, die Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen auf sein Haus und seine Mitarbeiter, abzuschieben. «Gleichzeitig bemüht er vordergründig die öffentliche Stimmungslage, um sein Vorgehen zu rechtfertigen. Schneid sieht anders aus», so Terpe.

«Von einem Minister, der für Umwelt-, Tier- und Klimaschutz zuständig ist, müssen wir erwarten dürfen, dass verantwortungsvolle Entscheidungen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden», betonte der Abgeordnete. «Und nicht im Spannungsfeld zwischen öffentlichem Druck und medienwirksamer, geltungssüchtiger Profilierung oder persönlicher Inszenierung einzelner Akteur*innen und Personengruppen.»

Terpe: Keine Bewegung beim Meeresschutz

Nach Terpes Überzeugung weist das Schicksal des Buckelwals weit über den Einzelfall hinaus. «Die Ozeane und Meere, auch unsere Ostsee, stehen massiv unter Druck. Wenn Wale stranden oder sich verirren, ist das auch Ausdruck menschengemachter Störungen der marinen Ökosysteme.» Er warf Backhaus vor, hier zu blockieren. Nötig seien wirksame Schutzgebiete, weniger Nährstoffeinträge und ein Stellnetzverbot in Schutzgebieten, um besonders die bedrohten Schweinswale besser zu schützen. «Doch genau bei diesen konsequenten Schutzmaßnahmen bewegt sich Herr Backhaus seit Jahren und auch aktuell nicht», kritisierte Terpe.

Er verwies auf die vergangene Sitzungswoche des Landtags, in der ein Antrag der Grünen, «Ostsee als Lebensraum erhalten und stärken – Meerestiere schützen», abgelehnt wurde. 

Am Samstag wurde anhand der Gerätenummer des GPS-Trackers, der an dem aus der Wismarer Bucht weggeschleppten Buckelwal angebracht worden war, bestätigt, dass es sich um dasselbe Tier handelt. Der Kadaver war an der dänischen Insel Anholt angeschwemmt worden. Helfer hatten sich seit März bemüht, den Wal in tieferes Wasser zubringen. Eine private Initiative schleppte ihn schließlich mit einer Barge bis in die Nordsee. Experten hatte gewarnt, das kranke und geschwächte Tier würde bei Freisetzung mutmaßlich ertrinken.

© dpa-infocom, dpa:260517-930-91338/1

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