Hamburg (dpa/lno) –
Wenn die Schlepper tanzen, schaut Hamburg gebannt zu: Tausende Schaulustige konnten am zweiten Tag des Hafengeburtstages an den Landungsbrücken vier Schiffe beim Wasserballett bestaunen. Hafenlotse Götz Bolte dirigierte die bis zu 3.000 PS starken Schlepper zu Klassikern wie der Hamburger Landeshymne «Hammonia», «Penny Lane» von der Band «Beatles» und klassischer Musik wie Peter Tschaikowskis «Der Nussknacker».
In ständiger Schaukelbewegung von rechts nach links drehten sich die Schiffe gekonnt um die eigene Achse und fuhren in verschiedenen Formationen im Kreis. «Auf der Elbe mit den Schleppern zu arbeiten, mit den großen Containerschiffen, das erfordert ganz viel Präzision und vor allen Dingen auch Übung. Und die Kapitäne von den Schlepperbooten, die sind darin sehr geübt», erklärte ein Sprecher der Hamburger Wasserwirtschaft. Diese «Millimeterarbeit, so genau zu manövrieren», würden die Kapitäne jedes Jahr beim Schlepperballett eindrücklich zur Schau stellen.
Die Gäste an Bord der tanzenden Schiffe krallten sich auffällig fest an die Reling. Gekrönt wurde die Show durch laute Knallgeräusche und bunte Raucheffekte, die die Zuschauer für einen Moment in eine farbige Rauchwolke hüllte.
Zweiter Tag endet mit traditionellem Feuerwerk
Neben dem Schlepperballett erwartete die Gäste am zweiten Tag des Hafengeburtstages ein buntes maritimes Angebot der Superlative. Das größte noch fahrtüchtige Museumsfrachtschiff der Welt, die «Cap San Diego», lud Gäste zur Hafenrundfahrt inklusive Blick in den Maschinenraum an Bord. Daneben konnten die Besucherinnen und Besucher die aus Norwegen angereiste «Statsraad Lehmkuhl» bewundern – laut Veranstalter die größte Dreimastbark der Welt.
Am Abend wartet dann noch ein offizieller Weltrekordversuch: Die schwimmende Bühne vor den Landungsbrücken könnte als größte ihrer Art überhaupt in das Guinness-Buch der Rekorde eingehen, teilte der Veranstalter mit. Die Messung eines Teams von Guinness World Records, ob es sich tatsächlich um die größte temporäre schwimmende Bühne der Welt handelt, soll live vor Ort präsentiert werden.
Daneben sind auf der schwimmenden Pontonbühne zu «Elbe in Concert» unter anderem die Rapperin Elif und der Sänger Max Giesinger angekündigt. Die Show wird zum Abschluss des Tages mit einem großen Feuerwerk beendet. Auf der Webseite der Stadt Hamburg kann die Show auf der Elbe ab 20.00 Uhr auf per Livestream verfolgt werden.
Kritik vom Naturschutzbund
Der Naturschutzbund (Nabu) Hamburg hat angesichts der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise die Pläne der Stadt für den Hafengeburtstag kritisiert. Anstatt die Bevölkerung für Einsparungen zu sensibilisieren, werde wie gewohnt weitergemacht. «Zumindest auf das Schlepper-Ballett hätte man symbolisch verzichten müssen», sagte Siegert. Der Nabu kritisiert zudem das Feuerwerk, da es die Brutzeit von Vögeln störe.
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