Hamburg (dpa) –
Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hat den Vorstoß des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für eine Waffenruhe ab kommender Nacht im Krieg gegen Russland begrüßt. «Ich finde es gut», sagte Klitschko der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Digitalmesse OMR in Hamburg. «Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einfach dem Gegner zu zeigen: Du hast verloren. Gib auf.»
Jeder Versuch, den Krieg zu stoppen, sei enorm wichtig – auf jede Art und Weise, sagte Klitschko. Selenskyj hatte am Montag eine Waffenruhe beginnend in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai verkündet. Damit hatte er auf eine Ankündigung Russlands reagiert, das rund um den Tag des Sieges eine Feuerpause am 8. und 9. Mai einlegen will.
«Der Tag kommt, dass Russland fällt»
Der jüngere Bruder von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ist zuversichtlich, dass die Ukraine siegreich aus dem Krieg hervorgehen wird: «Der Tag kommt, dass Russland fällt und dieser Krieg beendet wird.»
Zugleich blickte Klitschko auch auf die Auswirkungen des Iran-Kriegs. Es sei ganz klar, dass mit dem Krieg im Iran die Aufmerksamkeit auf die Ukraine in den vergangenen Wochen weniger geworden sei. Klitschko mahnte: «Der Krieg in der Ukraine läuft weiter, das darf man nicht vergessen.»
Natürlich unterstütze die freie Welt weiter die Ukraine. Aber: «Genug? Nein, solange der Krieg läuft, ist es nie genug.» Jede Unterstützung sei enorm wichtig, sagte Klitschko.
Ukraine kann europäischen Alliierten einiges zurückgeben
Zugleich betonte er, dass die Ukraine ihren Partnern mittlerweile einiges zurückgeben könne. Dies betreffe Technologie, neue digitale Tools und Werkzeuge des Krieges wie Über- und Unterwasserdrohnen. «Diese Erfahrungen können wir wie kein anderer mit unseren europäischen Alliierten teilen – und zwar sehr gerne», sagte Klitschko.
Im Bühnen-Gespräch auf der OMR mit «Bild»-Vize Paul Ronzheimer äußerte er sich ebenfalls zuversichtlich, dass die Ukraine siegreich aus dem Krieg gegen Russland hervorgeht. Er glaube, dass Russland schon verloren habe. Es gehe jetzt um die Zeit und wie lange es dauern werde, bis es so weit ist.
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