Asta warnt vor Qualitätsverlust durch Uni-Sparkurs

An der Christian-Albrechts-Universität wurde eine Wiederbesetzungssperre verhängt. (Symbolbild) Axel Heimken/dpa
An der Christian-Albrechts-Universität wurde eine Wiederbesetzungssperre verhängt. (Symbolbild) Axel Heimken/dpa

Kiel (dpa/lno) –

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Christian-Albrechts-Universität wirft der Landesregierung ihren Sparkurs und die daraus resultierende Wiederbesetzungssperre an der Kieler Uni vor. Zunächst habe man zum Sommersemester 2026 den Verwaltungskostenbeitrag von 60 Euro pro Semester eingeführt, nun komme zusätzlich die Wiederbesetzungssperre hinzu, kritisiert der Asta. Werde etwa eine Stelle zum 1. April frei, könne sie frühestens im Januar 2027 neu besetzt werden.

Das Vorgehen basiert laut Angaben des Asta auf der neuen Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Land für die Jahre 2026 bis 2029. Die Kieler Universität stehe dadurch vor massiven Kürzungen in ihrer Grundfinanzierung, während Betriebs- und Personalkosten weiter steigen. Mit der vorübergehenden Maßnahme, die Ende Februar in Kraft trat, sollen rund acht Millionen Euro eingespart werden.

Der Asta warnt vor einem spürbaren Qualitätsverlust der Lehrveranstaltungen, weil Kurse überfüllt oder gestrichen werden könnten und die individuelle Betreuung der Studierenden gefährdet sei. «Für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler heißt die fehlende Jobperspektive vor allem eins: Die CAU ist keine attraktive und zukunftssichere Arbeitgeberin mehr», betonte Lea-Marie Lopau, Vorständin des Astas.

Bildungsministerin sieht veränderte Rahmenbedingungen

Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) erklärte zu der Sperre im Bildungsausschuss: «Wir haben Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen für die kommenden Jahre, die vor allen Dingen eins für die CAU bedeuten, nämlich Planungssicherheit.» Zudem würden die Besoldungs- und Tarifsteigerungen des Personals gewährleistet. 

Stenke verwies auf die aus ihrer Sicht veränderten Rahmenbedingungen: «Wir haben Inflation, Kosten an verschiedenen Stellen, die aus unterschiedlichen Gründen steigen», betonte sie. Diese Unsicherheiten müsse man derzeit hinnehmen und im Rahmen der Haushaltssteuerung darauf reagieren. Die Christian-Albrechts-Universität entscheide dabei eigenständig im Rahmen ihrer Hochschulautonomie, wo sie Maßnahmen ergreife.

FDP kritisiert falsche Schwerpunktsetzung

FDP-Fraktionschef Christopher Vogt kritisierte das Argument der Planungssicherheit. «Das ist ein bisschen so, als wenn man jemanden kündigt und sagt, jetzt hast du Planungssicherheit», erklärte er. Er warf der Bildungsministerin «Schönrednerei» und falsche Schwerpunktsetzung vor. Tatsächlich würden die Mittel mit der neuen Vereinbarung gekürzt und die Folgen nun sichtbar. 

Die Mittel zu kürzen, sei nicht alternativlos, so Vogt. «Ich glaube, was jetzt getan werden muss, ist aus meiner Sicht, dass man sich schnellstmöglich korrigiert», betonte er. Zudem habe der Haushaltsabschluss gezeigt, dass Geld im Haushalt verfügbar wäre.

© dpa-infocom, dpa:260305-930-774776/1

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