VW-Betriebsratschefin: Sind gut aufgestellt als Unternehmen

Bei Volkswagen wird der Betriebsrat neu gewählt. Amtsinhaberin Daniela Cavallo bewirbt sich erneut um den Vorsitz. Julian Stratenschulte/dpa
Bei Volkswagen wird der Betriebsrat neu gewählt. Amtsinhaberin Daniela Cavallo bewirbt sich erneut um den Vorsitz. Julian Stratenschulte/dpa

Wolfsburg (dpa) –

VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo sieht den Autobauer trotz der angespannten Lage in der Branche gut für die kommenden Jahre gerüstet. In der gesamten Automobilindustrie sei die Situation ernst, sagte sie im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Trotzdem sind wir gut aufgestellt als Unternehmen.» Zahlreiche neue Produkte stünden in den Startlöchern, zudem gebe es einen klaren Plan, um den Konzern nach vorn zu bringen.

Befürchtungen, es könne bei VW doch noch zu Werksschließungen oder einem verschärften Stellenabbau kommen, wies Cavallo zurück. «Standortschließungen und auch betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen», sagte sie. Dies sei in der Tarifeinigung Ende 2024 verbindlich festgeschrieben worden. Der damals vereinbarte Plan solle nun gemeinsam umgesetzt werden.

Klare Zusagen in unsicheren Zeiten

Einem Pressebericht zufolge plant der Konzern ein weiteres Sparprogramm mit einem Volumen von rund 60 Milliarden Euro. Der bisherige Plan sieht den Abbau von 35.000 Stellen bis 2030 vor – sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Das werde Volkswagen in den kommenden Jahren deutlich verändern, räumte Cavallo ein. «Denn wir haben ja auch einen gemeinsamen Plan aufgestellt, der viele Veränderungen beinhaltet.» Es werde Umstrukturierungen und einen Personalabbau geben. Zugleich arbeite der Konzern an Zukunftsthemen wie neuen Produkten und stärkeren Synergien innerhalb des Unternehmens. Ziel sei es, Volkswagen robust für die Zukunft aufzustellen.

Sparen und umbauen zugleich

Auch den Automobilstandort Deutschland sieht Cavallo langfristig nicht in Gefahr. «Wir haben gute Köpfe, wir haben super Ingenieure, wir haben Tradition, wir haben einen Kundenstamm, auf den wir setzen können, und wir können auch dem Wettbewerb Paroli bieten.» Voraussetzung seien jedoch bessere politische Rahmenbedingungen und faire Bedingungen für die Branche. «Dann hat die Automobilindustrie auch eine sehr gute Zukunft.»

Cavallo forderte einen weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur, wettbewerbsfähige Strompreise sowie eine abgestimmte Industriepolitik in Deutschland und Europa. Zudem brauche es faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber chinesischen Herstellern und Planungssicherheit angesichts von US-Zöllen. Freier Handel allein reiche nicht aus. «Wir brauchen eine Industriepolitik aus einem Guss, wo auch Förderung, aber auch Subvention für lokale Industrie stattfindet. Und wir brauchen vor allen Dingen Planungssicherheit für die Zukunft.»

Heute lädt der VW-Betriebsrat in Wolfsburg zur regulären Betriebsversammlung. Zur Belegschaft sprechen wird neben Cavallo auch Markenchef Thomas Schäfer.

© dpa-infocom, dpa:260304-930-765274/1

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