Nach Sturmflut im Norden sorgt Schnee für Glätte-Unfälle

Schnee liegt am frühen Morgen in Hamburg. Sebastian Engel/dpa-Zentralbild/dpa
Schnee liegt am frühen Morgen in Hamburg. Sebastian Engel/dpa-Zentralbild/dpa

Hamburg/Kiel (dpa) –

Nach Hochwasser und Sturmflut kommt es im Norden Deutschlands nun zu Schnee. Es gab zahlreiche Unfälle wegen der Glätte, bislang blieb es laut Polizei aber bei Blechschäden und leichten Verletzungen. 

Die Polizei berichtete von einem Glätte-Unfall, bei dem ein Fußgänger verletzt wurde. Dieser war von einem Lastwagen erfasst worden, der an einer roten Ampel auf dem Saseler Damm bremste, aber nicht zum Stehen kam. Der Fußgänger wurde am Fußgelenk und am Ellbogen verletzt.

Seit den frühen Morgenstunden ist der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg mit rund 125 Fahrzeugen im Einsatz. Gestreut werde auf wichtigen Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr sowie auf einem ausgewählten Radwegenetz, teilte die Stadtreinigung am frühen Morgen mit. Trotz des Einsatzes könne es weiter glatt sein, alle Verkehrsteilnehmer seien um Vorsicht gebeten.

Ein Sprinter und ein Sattelzug sind auf der A7 zwischen Schnelsen-Nord und Quickborn wegen Glätte zusammengestoßen. Dabei wurde nach derzeitigen Erkenntnissen ein Mensch verletzt, sagte ein Polizeisprecher. Die Autobahn ist in Richtung Norden nur auf dem linken Fahrstreifen befahrbar, die mittlere und rechte Spur sind gesperrt. Insgesamt kam es auf der A7 zwischen Hamburg und Bad Bramstedt zu fünf Unfällen wegen Glätte und Schneefall.

Auch in ganz Schleswig-Holstein gibt es diverse Unfälle aufgrund des Wetters – die A1, A23, A7 und auch Bundes- und Landstraßen seien betroffen, sagte eine Polizeisprecherin. Besonders im Süden und Norden des Bundeslandes habe es vermehrt Unfälle gegeben. 

Bereits am Neujahrstag Glätte-Unfälle

Entlang der A23 kam es am Donnerstag zu insgesamt 14 Unfällen aufgrund von Straßenglätte durch Hagel und Schneematsch. Bei zwei Zusammenstößen wurden insgesamt fünf Menschen leicht verletzt. Ein 34-Jähriger kam auf der A23 bei Besdorf von der Straße ab, dabei überschlug sich sein Auto. Der Fahrer, die 27-jährige Beifahrerin und ein zwei Jahre altes Kind wurden leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. 

Bei dem zweiten Unfall stieß das Auto eines 22 Jahre alten Mannes bei Klein Offenseth-Sparrieshoop mit dem eines 50-Jährigen zusammen. Beide verletzten sich leicht.

Keine größeren Schäden wegen der Sturmflut

Hochwasser und Sturmflut verursachten in der Nacht auf Freitag zunächst keine größeren Schäden. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg verzeichneten die Lagezentren bis zum frühen Morgen keine besonderen Vorkommnisse – abgesehen von örtlichen Überschwemmungen. 

Der Wasserstand erreichte an der nordfriesischen Küste und im Elbegebiet zwischen 1,5 und 2 Meter über dem mittleren Hochwasser und damit Sturmflutniveau, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. Am Hamburger Fischmarkt ist das Wasser der Elbe übergetreten. Laut Feuerwehr mussten keine Autos abgeschleppt werden. Auch die Polizei verzeichnete laut Lagezentrum keine Einsätze wegen Hochwassers. 

Eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geht davon aus, dass das Sturmtief «Tizian» ab Mittag oder Nachmittag in Hamburg nachlässt. Bis dahin gebe es vereinzelt stürmische Böen. Aus Richtung Norden sei eine Abnahme zu verzeichnen. 

Im Laufe des Tages wird mit weiterem Hochwasser im Norden gerechnet, eine erneute Sturmflut sagte das Bundesamt allerdings nicht mehr vorher. Nach Angaben des DWD soll es an der Nordsee auch im Verlauf des Tages noch stürmisch bleiben. Die Sturmböen können bis zu 100 km/h betragen und auf exponierten Berggipfeln sogar noch stärker sein.

© dpa-infocom, dpa:260102-930-489082/2

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