
Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) hat die Bürger:innen zum Schneeschippen aufgerufen. Es habe so viel geschneit wie seit 15 Jahren nicht mehr. „Aber so schön der Schnee auch ist – wir wollen alle sicher zur Arbeit, zur Schule oder zum Sport kommen. Deshalb heißt es jetzt anpacken“, schrieb die Zweite Bürgermeisterin im Netzwerk Linkedin.
Die Stadtreinigung sei aktuell mit mehr als 720 Mitarbeitenden und rund 360 Fahrzeugen im Einsatz. Bei den Gehwegen seien aber alle gefordert. Insbesondere Grundstückeigentümer:innen seien rechtlich dazu verpflichtet, für das Räumen der Gehwege vor den jeweiligen Gebäuden zu sorgen. Dazu postete die Senatorin ein Bild von sich mit einem Schneeschieber in der Hand.
Bei Räumpflichtverstößen drohen Bußgelder
Der auch für die Bezirke zuständige Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) machte ebenfalls auf die Räumpflicht der Anlieger aufmerksam und erklärte: „Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach dem Hamburgischen Wegegesetz – und muss bei schweren Verstößen unter Umständen mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.“ Außerdem drohten bei Unfällen eine zivilrechtliche Haftung für Schäden mit Schmerzensgeld und Schadenersatz. Sogenannte Wegewarte der Bezirksämter seien im gesamten Stadtgebiet zu Kontrollen unterwegs.
Nach Angaben der Polizei gab es am Montagmorgen nur wenige Glätteunfälle in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Hamburger Feuerwehr meldete mehr als 50 Wetter-Einsätze. In den meisten Fällen sei es um Äste gegangen, die unter der Schneelast abbrachen oder abzubrechen drohten. Am Wochenende hatte die Feuerwehr rund 500 Mal technische Hilfe leisten müssen. Hinzukamen mehr als 100 Rettungseinsätze.
Straßenmeistereien sollen trotz verschneiter Straßen streiken
In der Nähe von Schafflund bei Flensburg (Schleswig-Holstein) kam ein Linienbus von der Bundesstraße 199 ab und rutschte in den Straßengraben. Dabei wurden sechs der 21 Fahrgäste leicht verletzt, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Wegen des winterlichen Wetters in Europa wurden am Hamburger Flughafen einzelne Flüge gestrichen. Die Website des Flughafens listete bis zum Nachmittag sieben entfallene Abflüge und fünf entfallene Ankünfte auf. Betroffen waren Verbindungen zwischen der Hansestadt und Amsterdam, Mailand sowie Paris.
In Schleswig-Holstein müssen sich die Menschen am Dienstag auf nicht geräumte Straßen einstellen. Wegen eines Streikaufrufs in den 22 Straßenmeistereien des Landes könne es zu einem teils stark eingeschränkten Winterdienst auf den Landes- und Bundesstraßen sowie auf Kreisstraßen kommen, kündigte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr an.
Parks und Friedhöfe bleiben geschlossen
Wegen der Gefahr von abbrechenden Ästen wurde der Hauptfriedhof in Hamburg-Altona für Besucher geschlossen. Beisetzungen fänden aber weiterhin statt. Auch das Wildgehege im Klövensteen nebst Spielplatz blieben „aufgrund akuter Schneebruch-Gefahr“ bis auf weiteres geschlossen, teilte das Bezirksamt Altona mit. In Grünanlagen und im Wald sollten Besucher:innen generell vorsichtig sein.
Da auch Äste an den Bäumen in Planten un Blomen unter der Schneelast abzubrechen drohten, bleibe der Park ab Dienstag ebenfalls geschlossen, hieß es aus dem Bezirksamt Mitte.
Hamburgs bekanntester und größter Friedhof in Ohlsdorf bleibt allerdings geöffnet. Nur ganz vereinzelt seien wenige Wege gesperrt worden, sagte der Sprecher des städtischen Unternehmens Hamburger Friedhöfe, Lutz Rehkopf. Auch auf den übrigen städtischen Friedhöfen wie in Öjendorf gelten keine Einschränkungen für Besucher:innen.
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