Haseldorf (dpa/lno) –
Schnee und Frost setzen den Zugvögeln in Schleswig-Holstein zu und treiben sie weiter. Wegen des Klimawandels und der damit verbundenen milderen Temperaturen fliegen etwa Gänse seit den 2000er Jahren oft nicht mehr bis nach Spanien. Stattdessen bleiben sie in ihren Brutgebieten, erklärte Anja Feige, Vogelexpertin des Naturschutzbundes (Nabu), der Deutschen Presse-Agentur.
«Wenn es jetzt, wie wir es aktuell haben, zu einer Schneeperiode kommt, dann ziehen sie allerdings doch weiter», erklärte Feige. Die Tiere weichen instinktiv und kurzfristig in schneefreie Gebiete aus. Dabei fliegen sie meist nicht bis Spanien, sondern nur nach Frankreich, Großbritannien oder in die Niederlande. Auch Stockenten folgen diesem Muster, wenn das Wetter ungünstig wird.
Nicht die Kälte, sondern der Mangel an Nahrung zwinge die Vögel zum Aufbruch. «Die warten dann, bis der Schnee gefallen ist und wirklich keine Nahrung mehr verfügbar ist», betonte Feige. Insgesamt gehörten 55 Prozent der über 500 in Deutschland nachgewiesenen Vogelarten zu den Zugvögeln.
Feige: Vögel durch Futterhäuschen unterstützen
Viele Singvögel änderten ihre Nahrung je nach Jahreszeit: Im Sommer fressen sie laut Feige Insekten, im Herbst und Winter greifen sie zu Samen oder Beeren. Je naturnaher ein Garten ist oder je mehr Knicks an Agrarflächen stehen, desto mehr Futter finden die Tiere.
Wer im Winter Futterhäuschen aufstellt, unterstützt zahlreiche Gartenarten wie Zaunkönig, Rotkehlchen, Amsel oder Meise. Die Nabu-Expertin betonte: «Bei Arten, die spezialisierter sind, kommt es dann natürlich darauf an, was man füttert.» Zudem fänden Vögel oft Futter an Stellen im Wald, wo Rehe oder Wildschweine den Boden aufgewühlt haben, um selbst Nahrung zu suchen. So gelangen alle Tiere an Futter unter der Schneedecke.
Ferner läuft vom 9. bis 11. Januar wieder die Stunde der Wintervögel: Vogelfreunde sind aufgerufen, Vögel zu zählen. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang Meisen, Finken, Rotkehlchen und andere Arten vor dem Fenster, im Garten oder im Park und meldet die Ergebnisse dem Nabu.
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