St. Paulis Pereira Lage: Traumtor und neue Position

Pereira Lage gelang ein Traumtor. Andreas Gora/dpa
Pereira Lage gelang ein Traumtor. Andreas Gora/dpa

Berlin (dpa/lno) –

In ungewohnter Rolle konnte Mathias Pereira Lage beim FC St. Pauli endlich auch einmal im Spiel seine Schusskünste unter Beweis stellen. Und durch den perfekt getroffenen Volley beim 1:1 in Berlin spielte auch das Material mit. «Ich habe an den Füßen gar nichts gespürt. Normalerweise spürt man bei solchen Schüssen etwas im Knöchel, aber mein Tape hat heute gut gehalten», scherzte Pereira Lage nach dem Punktgewinn im Abstiegskampf.

Was einige Beobachter überraschte, war für Coach Alexander Blessin eine Belohnung für Trainingsarbeit. «Ich warte immer darauf, weil er im Training echt immer ein paar Schüsse rauszaubert», sagte Blessin. «Da waren schon so oft Bälle dabei, wo ich sage: Also wenn ich damals so einen Schuss gehabt hätte, dann hätte es vielleicht für eine bessere Karriere gelangt.»

Pereira Lage überzeugt in neuer Rolle

Dazu lief der in Frankreich geborene Portugiese erstmals für St. Pauli als linker Schienenspieler statt wie sonst offensiver als Linksaußen auf und konnte direkt überzeugen. «Wir wollten da ein bisschen eine Veränderung herbeiführen, bisschen eine offensivere Variante», erklärte Blessin seine Gedankenspiele. Das ist gut aufgegangen. 

Schon in seiner Zeit in Brest habe er die Position gespielt, sagte Pereira Lage. In der Länderspielpause sei das dann geprobt worden. «Also war ich heute innerlich eigentlich ganz bereit, auf dieser Position zu spielen.»

Die Krönung war dann natürlich das Traumtor aus gut zwanzig Metern in der ersten Halbzeit, das den Hamburgern bei Union nach zwei Niederlagen in Serie einen wichtigen Punkt sicherte. «Wir hatten zwei in Folge verloren. Wenn man dann drei in Folge verliert, dann fangt ihr wieder an zu zählen. Deswegen auch wichtig, dass wir das unterbinden», sagte Abwehrspieler Hauke Wahl. «Klar hätten wir gerne auf Köln aufgeschlossen, aber es war einfach wichtig, dass wir punkten, was mitnehmen und das haben wir heute getan.»

Doppel-Platzverweis in hitziger Schlussphase

Auch Blessin konnte mit dem Ergebnis leben. «Zufrieden ist immer das falsche Wort, aber der Punkt hilft uns auf jeden Fall», sagte der 52-Jährige. Den anfangs großen Druck der Berliner verteidigten die Kiezkicker gut. Nach der Führung war dann aber Union das spielbestimmende Team mit den besseren Chancen.

Für einen Aufreger sorgten am Ende noch die Gelb-Rote-Karte gegen Kapitän Jackson Irvine und der daraus resultierende Platzverweis gegen Co-Trainer Peter Németh. Der Slowake hatte sich etwas zu heftig über Schiedsrichter Tobias Welz aufgeregt. «Ich glaube, er hat nichts Böses gesagt, das war dann eher die Art und Weise, wie er aufgestanden ist von seiner Bank», sagte Blessin. Möglicherweise hätte auch eine Gelbe Karte ausgereicht, befand der Trainer.

In der Tabelle bleiben die Hamburger auf dem Relegationsplatz, konnten aber immerhin den Vorsprung auf den Vorletzten Wolfsburg ausbauen und an der Konkurrenz dranbleiben. Nach der schweren Aufgabe gegen die Bayern am Millerntor am kommenden Wochenende stehen die wegweisenden Duelle gegen die direkten Rivalen Köln und Heidenheim an. «Natürlich guckt man auf die Ergebnisse», sagte Wahl. «Aber wir sind entspannt, wir haben alles in der eigenen Hand, immer noch.»

© dpa-infocom, dpa:260406-930-911243/1

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