Hannover (dpa) –
Wegen Mordes an einer jungen Frau hat das Landgericht Hannover einen 31-Jährigen zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. «Es ist krass unverständlich, wie ein Mensch dazu kommt, eine solche Tat zu begehen», sagte die Vorsitzende Richterin Britta Schlingmann in ihrer Urteilsbegründung. Der Deutsche, früher der Nachbar der aus Algerien stammenden 26-Jährigen, trat nach Überzeugung des Gerichts im vergangenen Juli die Tür zu ihrer Wohnung ein und stach ihr mit einem Jagdmesser in Brust und Oberbauch. Sie starb noch am Tatort an inneren Blutungen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Nachbarn im Hemminger Ortsteil Arnum hatten damals den Notruf gewählt. Die Polizei nahm den Mann fest, der die Tat nach früheren Angaben der Ermittler noch am selben Tag zugab. Zu Prozessbeginn sagte der 31-Jährige laut einer Erklärung: «Ich habe die Kontrolle über mich selbst verloren.»
Er habe seit seinem Einzug unter Lärm und Zigarettenrauch des Vermieters der Frau gelitten. Sie war dessen Untermieterin. Schlingmann betonte, es gebe ein Missverhältnis zwischen dem «banalen Anlass und dem, was folgte». Hinweise auf eine «frauen- oder fremdenfeindliche Einstellung» des Verurteilten habe es nicht gegeben.
Mit dem Urteil entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger des Mannes hatte eine Verurteilung beantragt, aber kein Strafmaß genannt. Ob er gegen das Urteil vorgehen werde, sei noch nicht beschlossen, sagte er.
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