Hamburg (dpa) –
Die Sauerstoffkonzentration in der Elbe im Hamburger Hafen ist in diesem Jahr besonders früh unter einen kritischen Wert gefallen. So sei sie bereits Anfang Juni unter drei Milligramm pro Liter (mg/l) gesunken, an der Messstation Seemannshöft liege sie sogar bei unter zwei mg/l und sei damit im akut tödlichen Bereich für Fische, teilte das Bündnis Lebendige Tideelbe mit. Bei der Messstation Blankenese lag die Sauerstoffkonzentration am Montag zeitweilig ebenfalls schon bei unter zwei mg/l, wie aus Daten des Hamburger Wassergütenetzes hervorging. Vor einem Jahr wurden ähnliche Werte erst rund zwei Wochen später gemessen.
Niedrige Werte vor allem für Jungfische lebensbedrohlich
Der Zusammenschluss aus den Umweltverbänden BUND, Nabu und WWF warnte: «Je früher die Werte unter vier mg/l sinken und je niedriger sie sind, desto größer die Lebensgefahr etwa für Jungfische, die zum aktuellen Zeitpunkt noch in der Entwicklung sind.» Bei solch niedrigen Werten würden Tausende Fische in der Tideelbe verenden, die meisten unsichtbar unter der trüben Wasseroberfläche. Aber auch erwachsene Tiere seien betroffen.
Im vergangenen Jahr bestand das sogenannte Sauerstoffloch mit weniger als vier Milligramm Sauerstoff je Liter den Angaben zufolge über 80 Tage. Im Jahr zuvor seien es sogar 90 Tage gewesen, davon 26 Tage bei tödlichen Werten unterhalb von zwei mg/l. «Der Hamburger Hafen wird jedes Jahr zu einer Todeszone für Gewässerorganismen», erklärte das Bündnis.
Bündnis fordert Rücknahme der jüngsten Elbvertiefung
Eine grundsätzliche Verbesserung sei derzeit nicht in Sicht und sei mit Blick auf die prognostizierten klimatischen Veränderungen ohne ein Gegensteuern auch nicht zu erwarten. Mit Blick auf mögliche Flachwasserzonen betonten BUND, Nabu und WWF: «Seit Jahren lässt derweil die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen auf sich warten.»
Hauptursache für das jährliche Sauerstofftal ist aus Sicht der Verbände der Ausbau des Flusses. «Die zusätzliche Tiefe in der Fahrrinne der Elbe wird kaum genutzt, dafür zahlt die Natur einen hohen Preis.» BUND, Nabu und WWF forderten daher die jüngste Elbvertiefung zurückzubauen.
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