Der Dienstälteste in Deutschland: Woidke löst Kretschmann ab

Mit dem Abtritt von Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg ist Brandenburgs Dietmar Woidke dienstältester Ministerpräsident im Länderreigen. (Archivbild)  Bernd von Jutrczenka/dpa
Mit dem Abtritt von Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg ist Brandenburgs Dietmar Woidke dienstältester Ministerpräsident im Länderreigen. (Archivbild) Bernd von Jutrczenka/dpa

Potsdam (dpa) –

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist neuer dienstältester Regierungschef der Länder. Mit der Wahl von Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg im Landtag in Stuttgart endete die Ära von Winfried Kretschmann (beide Grüne). Brandenburgs Regierungschef Woidke (64) ist nun an der Spitze der Liste.

Der 77-jährige Kretschmann war seit 12. Mai 2011 im Amt. Woidke wurde am 28. August 2013 als Nachfolger von Matthias Platzeck zum Brandenburger Ministerpräsidenten gewählt.

Woidke rückte zügig auf

Noch im vergangenen Jahr stand Woidke auf dem vierten Rang der Liste der dienstältesten Regierungschefs. Dann trat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ab, in diesem Jahr auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Woidke rückte weiter auf.

Der Diplomagraringenieur wurde 1994 Landtagsabgeordneter in Brandenburg, später Umwelt- und Agrarminister, SPD-Fraktionschef und dann Innenminister, bis er das Ministerpräsidenten-Zepter von Matthias Platzeck übernahm. Woidke wurde 2014, 2019 und 2024 wiedergewählt.

«Wenn ich gegen die AfD verliere, bin ich weg»

Im Wahlkampf 2024 setzte er alles auf eine Karte und sorgte damit für Schlagzeilen. «Wenn ich gegen die AfD verliere, bin ich weg», war sein Credo. Seine SPD gewann die Wahl, allerdings flogen Grüne, Linke und Freie Wähler aus dem Parlament.

Als sein größter Coup gilt bisher die Ansiedlung des Elektroautobauers Tesla in Grünheide. Seine «schwerste politische Entscheidung» war die Absage der Kreisgebietsreform, wie er vor einigen Jahren einräumte.

Woidke schließt erneute SPD-Spitzenkandidatur nicht aus

Der Brandenburger Landesvater zeigt sich bisher nichts amtsmüde – im Gegenteil. Im Februar signalisierte er Offenheit dafür, bei der nächsten Landtagswahl – für 2029 geplant – noch einmal anzutreten.

Dabei verwies er auf Kretschmanns Alter und zitierte den Titel eines James-Bond-Films. «Ich will eigentlich nicht unbedingt bis über 70 arbeiten, aber wie gesagt: Sag niemals nie», sagte Woidke dem «Nordkurier».

Wer folgt auf der Liste? 

Daniel Günther, der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, kam im Juni 2017 ins Amt. Der 52-jährige CDU-Politiker rangiert nun auf Platz zwei der dienstältesten Regierungschefs. Dahinter kommt Manuela Schwesig (SPD), die im Juli 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern wurde.

© dpa-infocom, dpa:260513-930-74790/1

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