Hannover (dpa/lni) –
Nach dem Bekanntwerden eines mutmaßlichen sexualisierten KI-Videos im Umfeld der niedersächsischen CDU-Fraktion hofft deren neue Vertrauensperson, mit der Aufarbeitung ein Vorbild zu werden. «Wenn wir das richtig machen, können wir vielleicht sogar Vorbild für andere Parteien oder Organisationen werden», sagte die Landtagsabgeordnete und ehemalige Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». Wichtig sei, dass wirklich etwas passiere.
Im Fall der mutmaßlichen Deepfake-Affäre bei der CDU-Fraktion soll ein Mitarbeiter ein KI-Video einer Kollegin erstellt und mit weiteren Mitarbeitern geteilt haben. Deepfakes sind täuschend echte, mit Künstlicher Intelligenz (KI) generierte oder manipulierte Bilder, Videos und Audioaufnahmen. Der mutmaßliche Ersteller des KI-Videos wurde von der CDU-Fraktion entlassen. Ein weiterer Mitarbeiter wurde suspendiert.
In der Fraktion habe das Bekanntwerden der Affäre für Enttäuschung, Scham, Verunsicherung, fehlendes Vertrauen gesorgt. «Besonders das Vertrauen wieder aufzubauen, wird dauern», sagte Otte-Kinast. Das könne nur mit externer Hilfe gelingen, deshalb arbeite jetzt ein Mediator mit der Fraktion. «Menschen vertrauen sich Außenstehenden oft leichter an als Kollegen oder Vorgesetzten. Das wird kein Prozess von zwei Wochen.»
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