Hamburg (dpa/lno) –
Die Ende Oktober durch eine Schiffskollision beschädigte Hamburger Freihafenelbbrücke kann nicht repariert werden. Zumindest der Mittelteil des Bauwerks soll nach Angaben der Wirtschaftsbehörde abgebaut werden. Durch die Havarie seien zahlreiche tragende Bauteile beschädigt worden, die Standsicherheit sei gefährdet, hieß es.
Trotz Ausschöpfung aller ingenieurtechnischen Optionen und Hinzuziehung externer Fachleute in den zurückliegenden Monaten bestehe keine Möglichkeit, die Brücke wieder in einen statisch sicheren Zustand zu versetzen. «Der Mittelteil der Brücke muss infolgedessen aus Sicherheitsgründen zurückgebaut werden und wird noch im Laufe dieses Jahres abgetragen», erklärte Behördensprecher Martin Helfrich.
Behörden prüfen Bau eines Behelfsbauwerks
Wie es nach dem Rückbau weitergeht, ist noch unklar. Eigentlich hätte die Brücke in den kommenden Jahren durch ein neues Bauwerk ersetzt werden sollen. Nun prüfen die beteiligten Behörden mögliche Handlungsoptionen bis hin zu einem provisorischen Behelfsbauwerk, wie es hieß. Die weiteren Maßnahmen zum Verkehrsknotenpunkt Elbbrücken sollen voraussichtlich Ende Februar vorgestellt werden.
Unfall im Oktober
Am frühen Morgen des 28. Oktober hatte ein Binnenmotorschiff die Brücke gerammt und das Bauwerk schwer beschädigt. Das Schiff hatte nach Angaben der Polizei Container geladen, die gegen die Brücke stießen. Verletzte gab es nicht. Nach vorläufigen Ermittlungen schätzte der Kapitän die von Ebbe und Flug abhängige Durchfahrtshöhe falsch ein. Am Wochenende vor der Havarie hatte es in Hamburg zwei Sturmfluten gegeben.
Die Freihafenbrücke wurde nach Angaben von Hafen Hamburg Marketing am 31. März 1926 als Straßenbrücke mit daneben liegenden Gleis für die Hafenbahn eröffnet. Damit bekam der damalige Freihafen eine eigene Elbquerung. Das Bauwerk mit den markanten Fachwerkbögen ist denkmalgeschützt.
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