Schiffswrack aus dem 18. Jahrhundert in Norwegen entdeckt

Das Porzellan wird aus 600 Metern Tiefe geborgen. (Handout) Espen Saastad/Norsk Maritimt Museum/dpa
Das Porzellan wird aus 600 Metern Tiefe geborgen. (Handout) Espen Saastad/Norsk Maritimt Museum/dpa

Oslo (dpa) –

Auf den Bildern der norwegischen Behörde für Denkmalschutz ist es erstaunlich gut zu erkennen: das Porzellan, das ein Schiff aus dem 18. Jahrhundert an Bord hatte. Das Wrack mit der wertvollen Ladung hatte ein Norweger in 600 Meter Tiefe vor der Küste des Skagerrak in der Nordsee entdeckt. «Sensationell» nennt der norwegische Umweltminister Andreas Bjelland Eriksen den Fund. «Das Schiffswrack enthält die am besten erhaltene Ladung dieser Art, die jemals in Nordeuropa gefunden wurde», berichtete die norwegische Denkmalschutzbehörde. 

Neben dem vermutlich chinesischen Porzellan fanden Forscher an Bord des Schiffes auch «Kronleuchter, Gläser, Textilien, Getreide und Kisten, die offenbar Tee, Kräuter und Medikamente enthielten. Die Arbeiten dauern noch an, und die Archäologen machen immer wieder neue Funde», so die Behörde. Fragmente von Kronleuchtern sollen möglicherweise aus Deutschland oder England stammen. «Ein Ziegelstein aus der Schiffsküche trägt den Stempel der Lübecker Ratsziegelei, die vom 15. Jahrhundert bis 1772 in Betrieb war», hieß es. Das Schiff soll etwa Mitte des 18. Jahrhunderts gesunken sein. 

«Schiffswracks, die an der Küste gefunden werden, sind oft zerstört oder geplündert», sagte Nina Refseth, Direktorin der Stiftung Norwegisches Volksmuseum, laut einer Mitteilung. «Einen Fund im offenen Meer und in dieser Tiefe zu untersuchen, verschafft uns das Vergnügen, in eine nahezu unberührte Zeitkapsel zu blicken.» Erste Funde sollen schon im Juni im Norwegischen Schifffahrtsmuseum in Oslo präsentiert werden.

© dpa-infocom, dpa:260602-930-163225/1

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