Deutsche Messe setzt auf neuen Vorstand und Masterplan

Die Deutsche Messe AG zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Messegesellschaften weltweit. (Archivbild) Moritz Frankenberg/dpa
Die Deutsche Messe AG zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Messegesellschaften weltweit. (Archivbild) Moritz Frankenberg/dpa

Hannover (dpa/lni) –

Die Deutsche Messe stellt sich angesichts schwieriger Zeiten im internationalen Messegeschäft neu auf und nimmt dabei auch die Zukunft ihres Geländes in Hannover in den Blick. Ein neuer dreiköpfiger Vorstand soll das Unternehmen umbauen und einen langfristigen Masterplan entwickeln, wie das niedersächsische Wirtschaftsministerium mitteilte. Das Land Niedersachsen hält 50 Prozent der Anteile an der Deutschen Messe.

Wirtschaftsminister und Aufsichtsratschef Grant Hendrik Tonne (SPD) sprach von einem «tiefgreifenden Wandel» der Branche. Das Messegeschäft sei wirtschaftlich «enorm herausfordernd», zugleich gebe es Chancen für starke Standorte wie Hannover. Ziel sei es, den Standort zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und den Ruf der Messe national wie international zu festigen. «Das Wohl der Messe ist immer eine zentrale landespolitische Angelegenheit gewesen und sie ist es nach wie vor», sagte der Minister.

Hannover Messe schrumpft deutlich

Aushängeschild der Messegesellschaft ist die Hannover Messe, die zuletzt mit einem deutlichen Rückgang bei Besuchern und Ausstellern zu kämpfen hatte. In diesem Jahr kamen rund 113.000 Besucher. 2027 soll die weltweit bekannte Industrieschau nur noch vier statt bislang fünf Tage dauern.

2019 habe die Hannover Messe noch mehr als 200.000 vermietete Quadratmeter umfasst, sagte Tonne. In diesem Jahr seien es nur noch etwas mehr als 80.000 Quadratmeter gewesen. «Und das auch nur dank einer wirklichen Kraftanstrengung aller Beteiligten, um das zu organisieren.»

Nun müsse die Messe neue Veranstaltungen nach Hannover holen, um zusätzliche Besuchergruppen anzusprechen und das Gelände besser auszulasten, sagte Tonne. Ein Beispiel sei die Verteidigungs- und Sicherheitsmesse DSEI Germany, die im kommenden Jahr erstmals auf dem Gelände stattfindet. Das zeige, «dass Hannover neue Formate kann».

Neue Köpfe für den Neustart

Es brauche ein nachhaltiges und selbsttragendes Geschäftsmodell. «Das haben wir derzeit so nicht, und deswegen braucht es dort eine Verstärkung und auch eine Konzentration darauf», sagte Tonne. Trotz des größten Messegeländes in Deutschland spiele Hannover wirtschaftlich derzeit nicht in einer Liga mit Standorten wie Frankfurt, München oder Düsseldorf. Deshalb gebe es kurzfristigen Handlungsbedarf.

Dafür holt die Messe zwei neue Manager in die Führung. Holger Feist gehört seit Anfang Mai zum Vorstand und soll neue Geschäftsfelder entwickeln sowie die Digitalisierung vorantreiben. Ab dem 18. Mai kommt Konstantin Kühl hinzu. Er soll den Masterplan für die Messe erarbeiten. Der Vorstandsvorsitzende Jochen Köckler soll sich weiter um das klassische Messegeschäft kümmern.

© dpa-infocom, dpa:260513-930-75549/1

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