Am Vatertag: Männer demonstrieren gegen Gewalt an Frauen

Die Initiatoren wollen den Herrentag inhaltlich neu definieren. (Symbolbild) Daniel Bockwoldt/dpa
Die Initiatoren wollen den Herrentag inhaltlich neu definieren. (Symbolbild) Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Solidarität mit Frauen statt Alkohol und Bollerwagen: Zum Vatertag ruft ein Männerkollektiv aus Hamburg zu einer Kundgebung gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Flinta-Personen auf. «Männer müssen endlich Verantwortung übernehmen», schreiben die Hamburger «ComeOnBoys». In Berlin lädt der Verein «MännerGegenGewalt» zu einer Kundgebung ein. Die Bezeichnung Flinta-Person umfasst Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans und agender Menschen.

Es sei «überfällig und unabdinglich, dass sich auch Männer diesem Protest anschließen und sich klar positionieren», heißt es in dem Aufruf. Die Aufklärungsarbeit zu dem Thema dürfe nicht an den Frauen hängen bleiben. Unter dem Motto «Come on, Boys! – aka Der Bollerwagen der Würde» wollen die Männer am Donnerstag ab 14.00 Uhr auf dem Heiligengeistfeld demonstrieren. 

Wollen keinen Tag «mit Alkohol gefüllten Bollerwagen»

Unter den Initiatoren sind auch bekannte Gesichter, etwa der Schauspieler Enrique Fiß, bekannt aus der ARD-Vorabendserie «Großstadtrevier», und Arne Ihlenfeld, der unter dem Künstlernamen Captain Gips Musik macht. Die Kundgebung solle ein Ort der Begegnung sein, auf dem «Väter, Freunde, Söhne und Kollegen» aus allen Ecken zusammen einen Perspektivwechsel wagen und ihre Rollen hinterfragen. Auch Frauen und Familien sind willkommen. 

Ziel sei es, dem sogenannten Herrentag neue Bedeutung zu verleihen: «Wir wollen keinen Tag erleben, an dem Männergruppen bis oben hin mit Alkohol gefüllte Bollerwagen hinter sich herziehen, ihre vermeintliche Männlichkeit breitbeinig vor sich hertragen und vor allem durch (sexuelle) Belästigungen im öffentlichen Raum auffallen», teilten die Initiatoren mit. 

Stattdessen wolle man sich an diesem Tag solidarisch an die Seite Gewaltbetroffener stellen und sich «kritisch mit Männlichkeit, insbesondere männlicher Gewalt, und ihren negativen Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft» auseinandersetzen. 

Neuen Anstoß durch Collin Fernandes

Die gesellschaftliche Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin Collin Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Ende März neue Fahrt aufgenommen. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Tausende Menschen gingen danach in vielen Städten bei Demonstrationen auf die Straße, um mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt zu fordern.

© dpa-infocom, dpa:260513-930-73068/1

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