Hamburg (dpa) –
Für Supermodel Heidi Klum (53) sind Fleiß und Freundlichkeit die wichtigsten Grundsteine ihres bereits seit Jahrzehnten andauernden Erfolges. «Ich würde nicht sagen, dass ich besser aussehe als andere Models. Ich bin jetzt so lange im Business, weil ich vieles hinter den Kulissen gemacht habe. Weil ich immer pünktlich gewesen bin und nach Hause gegangen bin, wenn der Job zu Ende war und nicht weil die Uhrzeit gesagt hat „Jetzt ist meine Zeit abgelaufen“», sagte sie im Gespräch mit OMR-Gründer Philipp Westermeyer auf der Hauptbühne der Digital- und Onlinemarketingmesse in Hamburg.
Neue Generation habe einen anderen Drive
Ihr sei immer wichtig gewesen, dass es anderen Spaß mache, mit ihr zu arbeiten. Außerdem habe sie immer die Augen offen gehalten und selbst Ideen gehabt. «Und diesen Hunger habe ich auch heute noch», sagte Klum. Als Beispiel dafür nannte sie ihre neueste Zusammenarbeit mit einem Chipshersteller. Sie habe – einfach weil sie immer schon mal Chips mit Brathähnchengeschmack essen wollte – nun mit dem Unternehmen genau diesen Geschmack kreiert.
Ihr falle aber auch auf, dass die neue Generation – zu der auch ihre Kinder gehörten – diesen Biss nicht mehr unbedingt habe. «Also die neue Generation – die ist echt anders. Der Drive ist ein anderer.» Aber vielleicht liege es auch daran, dass man heutzutage an 5.000 verschiedenen Orten erreichbar ist. «Da ist man ja total überfordert und ich glaube, das ist auch für die Kinder nicht so einfach. Da hatten wir es früher einfacher. Du hattest kein Handy, du warst nicht erreichbar. Fertig.»
Heidi Klum: Haue Posts am liebsten einfach raus
Sie nutze die sozialen Medien auch eher impulsiv als aus einem wirtschaftlichen Denken heraus. «Ich versuche jetzt nicht krampfhaft da irgendwelche Sachen zu machen. Ich drehe mit, bei den Sachen, die ich mache, und dann haue ich das einfach raus. Und entweder mögen die Leute das oder sie mögen es nicht.» Der Algorithmus sei ihr «schnurzegal». «Ich denke da nicht drüber nach. Ich mache das so, wie es kommt.» Da tiefer einzusteigen, sei ihr schlicht zu kompliziert, gab sie charmant lächelnd an. Sie habe keine Lust, sich nur für bessere Zahlen zu verstellen oder Seminare dazu zu besuchen.
Abgesehen davon gehe es ihr finanziell gut. «Ich bin nicht supermegasparsam, aber ich bin auch nicht jemand, der das Geld zum Fenster raushaut.» Sie habe jetzt allerdings in eine Art Alterswohnsitz auf einer Karibikinsel investiert. «Ich habe mir jetzt ein wunderschönes Haus auf St. Barth gekauft. Ich brate supergern in der Sonne, aale mich im Wasser. Da möchte ich gern sein.»
Heidi Klum ist eine von mehreren Promis, die beim OMR-Festival in Hamburg auf der Hauptbühne sprechen. Am Dienstag war bereits Blockbuster-Regisseur Roland Emmerich da. Am letzten Messetag wurde für den späten Nachmittag noch der einstige Football-Star Tom Brady erwartet.
Das OMR-Festival wird an den zwei Tagen von rund 70.000 Menschen besucht, es sprechen etwa 800 Speaker auf den Bühnen und in Masterclasses zu Themen wie Künstliche Intelligenz, Marketing, Werbung, E-Commerce, Influencer-Marketing sowie Media und Publishing.
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