10.000 zum 1. Mai bei Linken-Demos in Hamburg

Mit «Wer hat, der gibt» ging in Hamburg das erste von drei antikapitalistischen Bündnissen auf die Straße. Markus Scholz/dpa
Mit «Wer hat, der gibt» ging in Hamburg das erste von drei antikapitalistischen Bündnissen auf die Straße. Markus Scholz/dpa

Hamburg (dpa/lno) –

Mehr als 10.000 Menschen haben sich am 1. Mai in Hamburg an Demonstrationen antikapitalistischer und linksextremer Gruppen beteiligt. Allein an der Demonstration des Umverteilungsbündnisses «Wer hat, der gibt» beteiligten sich nach Schätzungen schon zu Beginn weit mehr als 6.000 Menschen. Zur sogenannten revolutionären 1. Mai-Demo des vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbaus versammelten sich am Bahnhof Altona nach Polizeiangaben ebenfalls mehrere Tausend Menschen.

Das Bündnis «Wer hat, der gibt» zog unter dem Motto «Das Geld ist da! Ran an die Superreichen!» vom Jungfernstieg in der Innenstadt über Rotherbaum nach Eppendorf. Die Organisatoren warfen der schwarz-roten Bundesregierung vor, Politik nur für Reiche zu machen. «Sie verlangen immer mehr von uns – unserer Zeit, unserer Arbeit – und wir bekommen dafür immer weniger», hieß es. 

Linken-Vorsitzender bei antikapitalistischer Demo

Es dürfte gar keine Milliardäre geben, sagte der Linken-Co-Vorsitzende Jan van Aken bei der Auftaktkundgebung. «Sie haben sich das nicht verdient.» Er forderte, große Vermögen stärker zu besteuern.

Vereinzelt wurde Pyrotechnik gezündet. Die Polizei sprach aber von einem weitgehend friedlichen Verlauf.

Der Rote Aufbau hatte nach einem Auftakt-Konzert am Altonaer Bahnhof eine Demonstration durch Ottensen geplant. Das Motto: «Krieg und Krise haben System! Als Klasse vereint: Sozialismus erkämpfen!»

Polizei rechnet mit friedlichem Verlauf

Als letzte Demo aus dem linksextremen Spektrum wollte am Abend das anarchistische Bündnis «Schwarz-Roter 1. Mai» von St. Pauli durch Altona bis nach Ottensen ziehen. Die Demo stand unter dem Motto «Anarchismus wagen – Dystopien bekämpfen».

Die Polizei begleitete die Demonstrationen mit starken Kräften. «Auch wenn wir einzelne Störungen nicht ausschließen können, erwarten wir, dass die weit überwiegende Mehrheit erneut friedlich demonstriert», hatte ein Sprecher schon im Vorfeld gesagt. Die positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre seien in die Einsatzplanung eingeflossen – «wir gehen davon aus, dass wir diesmal mit weniger Einsatzkräften auskommen werden.»

Im vergangenen Jahr war die Polizei am 1. Mai mit knapp 1.800 Beamtinnen und Beamten im Einsatz gewesen.

© dpa-infocom, dpa:260501-930-21291/2

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