Schleswig-Holstein knackt Rekord bei Solarstrom-Ausbau

In Schleswig-Holstein sind 2025 so viele neue Solaranlagen installiert worden wie nie zuvor. (Symbolbild) Christian Charisius/dpa
In Schleswig-Holstein sind 2025 so viele neue Solaranlagen installiert worden wie nie zuvor. (Symbolbild) Christian Charisius/dpa

Kiel (dpa/lno) –

In Schleswig-Holstein ist 2025 mit 822 Megawatt so viel Photovoltaik-Leistung (PV) neu dazugekommen wie nie zuvor. Damit seien die erheblichen Einbußen beim Windstrom im vergangenen Jahr kompensiert worden, sagte der Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE), Marcus Hrach. 2025 sei ein vergleichsweise schwaches Windjahr, aber ein relativ gutes Sonnenjahr gewesen. 

Durch den neuerlichen Zubau sei die installierte Gesamtleistung der Solaranlagen auf 4,6 Gigawatt gewachsen, sagte Hrach. Zum Vergleich: Das entspricht der Leistung von mehreren Kernkraftwerken. Mehr als die Hälfte der Solaranlagen im Norden (rund 54 Prozent) befindet sich nach Verbandsangaben auf Dächern.

Förderung

Die Branche warnt vor Folgen geplanter Einschnitte der Solarförderung durch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Das Ministerium will ab 2027 die Förderung für Anlagen von weniger als 25 Kilowatt installierter Leistung einstellen, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht.

Bei kleinen Photovoltaik-Dachanlagen gilt bisher: Wer Solarstrom in das Netz einspeist, erhält 20 Jahre lang pro Kilowattstunde einen festen Betrag – dieser ist abhängig etwa von der Anlagengröße und dem Umfang der Einspeisung. 

«Was wir jetzt brauchen, ist keine neue Unsicherheit durch widersprüchliche Signale aus Gesetzentwürfen und Leaks, sondern eine klare, gemeinsame Zielorientierung aller Akteure», sagte der LEE-Landesvorsitzende Christian Andresen. Investoren bräuchten einen verlässlichen Rahmen.

«Diese PV-Dachanlagen sind das Rückgrat des Ausbaus, und volkswirtschaftlich wird das auch gar nicht zu höheren Kosten führen, weil viel Strom durch diese Anlagen selbst verbraucht wird», sagte Andresen. Beispielsweise in Kombination einer Solaranlage auf dem Dach, eines Speichers oder einer Ladestation für Elektroautos nutzen viele Hausbesitzer ihren Sonnenstrom zu Teilen selbst.

Der Verband hält es für möglich, in Schleswig-Holstein bis 2030 Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt zehn Gigawatt zu installieren, davon die Hälfte auf landwirtschaftlichen Flächen beispielsweise entlang von Autobahnen oder Bahnstrecken. «Es sind nur rund 1,5 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen notwendig, um dort fünf Gigawatt zu installieren», sagte Hrach. Weil Anlagen mittlerweile deutlich leistungsfähiger seien, reichten weniger als 4.000 Hektar dazu aus.

© dpa-infocom, dpa:260429-930-9226/1

Copy LinkCopy Link
Zur Startseite