Hamburg/Kiel (dpa/lno) –
Hamburger Endverbraucher haben nach Angaben des Statistikamts Nord im vergangenen Jahr siebenmal so viel Strom aus dem Netz entnommen, wie in der Hansestadt eingespeist wurde. Es seien rund 1,5 Millionen Megawattstunden in das Hamburger Stromnetz geleitet worden, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im selben Zeitraum entnahmen Endverbraucher 10,6 Millionen Megawattstunden. Das waren 6,6 Prozent mehr als im Jahr 2024.
Rund zwei Drittel des eingespeisten Stroms stammten aus fossilen Energieträgern, ein Drittel aus erneuerbaren Quellen. Die Einspeisung vor allem aus Windkraft, Biomasse und Photovoltaik erhöhte sich um zwei Prozent.
Der Begriff Einspeisung ist nicht gleichzusetzen mit der Erzeugung von Strom, da Strommengen, die etwa in Industriekraftwerken als Eigenverbrauch genutzt werden, nicht in die Einspeisungszahlen einberechnet werden.
Rund drei Prozent weniger Windstrom im Norden
In Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr 29,9 Millionen Megawattstunden Strom in das Netz eingespeist, wie das Statistikamt Nord weiter mitteilte. Das waren 0,2 Prozent weniger als im Jahr 2024.
91,2 Prozent der eingespeisten Menge kam aus erneuerbaren Quellen. Allerdings sank die Einspeisung aus Windkraftanlagen an Land um 3,1 Prozent, die aus Offshore-Anlagen um 2,8 Prozent. Auch die Stromeinspeisung aus Biogasanlagen ging geringfügig um 0,8 Prozent zurück, während die aus Photovoltaik kräftig um 28,4 Prozent stieg.
Endverbraucher in Schleswig-Holstein entnahmen im gleichen Zeitraum 10,0 Millionen Megawattstunden, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Statistikamt wertete für seine Erhebung die vorläufigen Angaben der Netzbetreiber aus.
Minister: Energiewende läuft auf Hochtouren
Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur zur Einspeisung von grünem Strom, «diese Energie schützt das Klima, macht uns in Zeiten der fossilen Energiekrise sicherer und ist zukunftsfähiger Treibstoff für unsere Volkswirtschaft».
Goldschmidt verwies auf den Zubau von Wind und Solaranlagen. «Jeweils über 700 Megawatt Leistung kamen bei Wind- und Solaranlagen hinzu. Damit ist das Erzeugungspotenzial deutlich angestiegen auf 16,4 Gigawatt in 2025. Die Früchte dieses Zubaus werden wir in den nächsten Jahren ernten.» Die Zahlen zeigten, dass die Energiewende in Schleswig-Holstein auf Hochtouren laufe.
«Wir stellen hier genügend Flächen für neue Windkraftanlagen bereit, wir sind schnell bei den Genehmigungen neuer Anlagen und wir treiben den Netzausbau voran, wodurch immer mehr grüner Strom genutzt und immer weniger abgeregelt werden muss», sagte Goldschmidt. Auf unter drei Prozent sei der abgeregelte Windstrom von Anlagen an Land gesunken. «Zum Vergleich: vor zehn Jahren waren es noch 17 Prozent.» Der Netzausbau verschafft dem Land einen harten industriepolitischen Standortvorteil.
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